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Vier Cellisten faszinieren mit Beatles

Rastrelli-Cello-Quartett Vier Cellisten faszinieren mit Beatles

Das russische Rastrelli-­Cello-Quartett unterstrich mit seinem Programm, wie abwechslungsreich das Streichinstrument ist.

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Das Rastrelli-Cello-Quartett bei seinem Konzert in der Elisabethkirche.

Quelle: Patricia Grähling

Marburg. Es gibt nicht viele Werke für Cello – auch wenn diese wenigen oft sehr berühmt sind, wie etwa Bachs Cellosuiten. Den vier Cellisten des Rastrelli-Cello-Quartetts scheint dies nicht genug.

In ihrem Programm, das sie in der Elisabethkirche spielten, war kein einziges reines Cellostück zu finden. Dafür aber jede Menge bekannte Klassik und Klassiker, die die Musiker für ihr Instrument adaptiert hatten. „Musik verbindet die Menschen“, erklärte Kira Krafzoff. Die Hits der Beatles beispielsweise seien wie eine Musiksprache, die überall verstanden werde.

In hellblauen Sakkos blühten die Cellisten richtig auf und ließen die Musik der Beatles in verschiedenen Medleys auf ganz neue, ungewohnte Art erklingen. Mehrere Lieder wurden miteinander kombiniert, dazu improvisiert und durch eigene Arrangements von Sergio Drabkin neu interpretiert.

Zum Finale ersetzt E-Gitarre das Cello

Leider wurde in diesem Teil des Programms auf die Moderation verzichtet, sodass die Zuhörer oft stark damit beschäftigt waren, die Beatles-Lieder zu erkennen, während sie dem abwechslungsreichen Spiel der Musiker folgten.

Seit 15 Jahren treten Kira Krafzoff, Misha Degtjareff, Kirill Timofeev und Sergio Drabkin zusammen auf. Die Erfahrung und das Gefühl für das gemeinsame Musizieren, das ihnen sichtlich Spaß macht, war ihnen anzusehen. Sie alle beherrschen ihre Instrumente perfekt – von süß verspielt über sanft und gefühlvoll bis hin zu kraftvollen Tönen.

Geschickt mischten sie Beatles-Klassiker von „Yesterday“ über „Eleanor Rigby“ bis hin zu „A Hard Day’s Night“. Bei der Zugabe durfte das Publikum zu „Hey Jude“ mitsummen, während Krafzoff sein Cello zur Seite legte und zur E-Gitarre griff.

Aber auch klassische Musik erfuhr durch die Arrangements des Rastrelli-Quartetts eine neue, eigene Interpretation, in der aber im Gegensatz etwa zum klassischen Streichquartett die Grenze zwischen den einzelnen Stimmen aufgehoben wurde. Wunderschön erklangen etwa die beiden berühmten Stücke aus Edvard Griegs Schauspielmusik zu „Peer Gynt“. Bei „In der Halle des Bergkönigs“ stellten sich Kira Krafzoff und Misha Degtjareff sowie Kirill Timofeev und Sergio Drabkin als hoch beziehungsweise tief angesetzte Partner kraftvoll in Szene.

Abwechslungsreich und unterhaltsam

Und bei „Solveigs Lied“ faszinierte das Quartett mit einer wunderschönen Verflechtung der vier Celli, die Gänsehaut-Potenzial hatte. Kira Krafzoff griff sehr tief und ließ so sein Cello fast so hoch und singend wie eine Geige klingen.

Neben dem bekannten „Andante cantabile“-Satz aus Tschaikowskys Streichquartett Nr. 1, spielten die vier Cellisten aber auch unbekanntere Werke. Aus den 21 ungarischen Tänzen von Johannes Brahms hatten sie sieben zu einem Stück zusammengefasst und präsentierten damit ihre große Bandbreite.

Das Publikum bedankte sich mit stehenden Ovationen und kräftigem Applaus für einen abwechslungsreichen und unterhaltsamen Abend bei dem Ensemble, das regelmäßig mit dem Weltstar Giora Feidman auftritt.

von Mareike Bader

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