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Rapunzel in neuem Gewand

Turmwerkstatt Amönau Rapunzel in neuem Gewand

Ein märchenhaftes Musical-Erlebnis hat 400 Besucher am Rapunzelturm begeistert. Gegeben 
wurde – ganz passend – „Rapunzel.

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Die Liebe ist eine Himmelsmacht: Rapunzel und ihr Prinz schmachten sich nach Kräften an. Das 
gefällt der Zauberin gar nicht.

Quelle: Manfred Schubert

Amönau. Sie haben es wieder 
getan: Das Team um Regisseurin Brunhilde Heß, die auch die Handlung schrieb, und um Eckhard Scherer, der elf Lieder textete und vertonte, Instrumentalstücke schrieb und eindrucksvolle Klangeffekte schuf, hat zum achten Mal ein Musical auf die Beine gestellt.

Mit dabei waren altbewährte Darsteller und neue, beeindruckende 
Gesangstalente, vor allem Anna­lena Fett in der Rolle der erwachsenen Rapunzel. Ein ums andere Mal feierten die Premierenbesucher am Donnerstag den hervorragenden Live-Gesang der Darstellerinnen und Darsteller, die fast alle aus Amönau oder zumindest der Umgebung kommen.

Das Märchenhafte des 
Rapunzelstoffes bleibt erhalten. Aufgeführt wird es am 400 
Jahre alten „Original“-Rapunzelturm, der durch Otto Ubbelohdes Illustration des Grimmschen Märchens von Rapunzel bekannt ist. Zugleich bietet die Neufassung des Stoffes jede Menge Humor. Allein schon der Auftritt der drei „Putzfrauen“, die auf Amönauer Platt die Aufführung an- und abkündigen, trieb vielen der 400 Zuschauer die Lachtränen in die Augen.

Die Turnwerkstatt Amönau begeisterte mit ihrer Interpretation von „Rapunzel“ das Publikum.

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Und das psychologische 
Moment des Rapunzelstoffes, der Mutter-Tochter-Konflikt 
zwischen der Zauberin und 
Rapunzel, wird deutlich, ohne das Geschehen damit zu überfrachten. Rapunzel ist zwischen der Liebe zu ihrer Mutter und der Sehnsucht nach Freiheit sowie der erwachenden Liebe zu einem jungen Mann hin- und hergerissen.

Ecki Scherer gelingt es mit zwei Liedern, einem urkomischen Rapsong und der von ihm selbst gesungenen Replik auf darin ausgedrückte, aktuell 
grassierende Vorurteile, auch noch, gegenwartsbezogene 
Gesellschaftskritik einfließen 
 zu lassen.

Nicht nur den Ohren, auch dem Auge wird viel geboten. Neben dem Rapunzelhäuschen steht ein bunt leuchtender Zaubergarten, auf mehreren Ebenen agieren die herrlich fantasievoll kostümierten und geschminkten Darsteller. Ein Fernglas einzustecken ist empfehlenswert, die mit viel Liebe zum Detail gestalteten Kostüme und Masken sind es wert, aus der Nähe betrachtet zu werden.

Sechs weitere Aufführungen folgen

Und Angelika Salomon hat die Akteure in Bewegung versetzt. Erstaunlich genug, dass die Laien gleichzeitig über die Bühne tanzen und dabei singen können, aber das Ganze sieht dann auch noch äußerst ansprechend aus. Bleibt nur zu hoffen, dass auch bei den weiteren Aufführungen das Wetter hält wie bei der Premiere. Wunderbare Unterhaltung für die ganze Familie vor toller, teils historischer Bühnenkulisse. Der Besuch ist unbedingt empfehlenswert.

Weitere Aufführungen Samstag und Sonntag sowie am 4., 5., 6. und 7. August, Beginn jeweils 21 Uhr. Karten für 13 Euro für Erwachsene und für acht Euro für Kinder sind an den Vorverkaufsstellen im Marburger Tourismusbüro, in Wetter bei Optik Zietlow, Gardinen Mehring, Shell Tankstelle und Sparkasse, 
in Amönau bei Familie Aßmann, 06423 / 926943 und unter www.turmwerkstatt-amoenau.eu erhältlich.

von Manfred Schubert

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