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Rahmensprengende Bilder in samtigem Schwarz

Ausstellung Rahmensprengende Bilder in samtigem Schwarz

Kunstliebhaber zog es wieder einmal in die schmale Gasse des Steinwegs 33. Grund dafür war die Ausstellungseröffnung mit den Werken von Hans-Hendrik Grimmling, die der Galerist Michael W. Schmalfuß ergattern konnte. Der Künstler selbst konnte aus privaten Gründen nicht dabei sein.

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Kunstfreund Dr. Winfried Wöhle (links) und Künstler Bruno Paoletti diskutieren über Grimmlings Werke.

Quelle: Merlina Serwe

Marburg. Grimmlings Bilder sind abstrakt, dynamisch, verlassen das Plastische, und doch erkennt man in seinen Werken der vergangenen zwei Jahre Gesichter, realistische Köpfe, sich Küssende oder Vögel im Portrait, die an Darstellungen des Künstlers Max Beckmann (1884 bis 1950) erinnern. Grimmling malt großflächig, „rahmensprengend“ - also über den Rahmen hinaus.

Das samtige Schwarz im ausgestellten Werk „füreinander II“ sei wie das charakteristische Blau von Yves Klein, beschreibt Schmalfuß. Grimmling arbeite nur noch selten mit dem „Grimmling-Schwarz“ und umso schöner sei es, dass Schmalfuß dieses Werk aus dem Berliner Atelier des Künstlers mitnehmen konnte.

Der 1947 in Zwenkau bei Leipzig geborene Grimmling zählt zu den großen Avantgardisten in Europa. Von 1972 bis 1974 besuchte er die Hochschule für Bildende Künste in Dresden sowie die Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Seit 1977 arbeitete er freischaffend in Leipzig und war dort in Künstlerkreisen wie der „Tangente“ aktiv. Als Mitinitiator des nicht genehmigten „1. Leipziger Herbstsalons“ im Jahre 1984, regte er mit seinen Kollegen eine unzensierte Ausstellung an, welche die starren Haltungen der „Leipziger Schule“ in Frage stellte.

Grimmling, der 1986 nach Berlin übersiedelte, thematisierte das Leben in der DDR immer wieder in seinen Werken - auch in seiner Autobiografie „Die Umerziehung der Vögel“. Seit 2007 lehrt er als Professor an der Technischen Kunsthochschule Berlin.

  • Grimmlings Werke sind bis zum 5. Dezember in der Galerie Michael W. Schmalfuß, Steinweg 33, zu sehen.

von Merlina Serwe

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