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Quer durchs Repertoire

Semesterabschlusskonzert des Unichors Quer durchs Repertoire

Einen Querschnitt seines Repertoires präsentierte der Unichor bei seinem Semesterabschlusskonzert, dessen Programm 
im Herbst auch auf einer CD erscheinen soll.

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Der Unichor präsentierte in der Marburger Universitätskirche ein Programm, das er auch auf CD brennen möchte.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Passend zum Thema Natur begann das Programm des Semesterabschlusskonzertes des Unichores mit „Unicornis Captivatur“, das der Chor schon mehrfach aufgeführt hat. Das vom Norweger Ola Gjeilo 2001 komponierte Werk verbindet den mittelalterlichen lateinischen Text aus christlichen Tierallegorien mit modernen Elementen, bleibt aber an vielen Stellen auch der alten Musik treu, etwa bei den Zeilenenden.

„Das ist ein bisschen unser Markenzeichen-Stück“, erklärt Nils Kuppe, der seit knapp drei Jahren den Chor leitet. Daher wurde dieses Stück auch als Eröffnung für das Konzert und für die geplante CD gewählt, die im Herbst erscheinen soll.
Es wird die erste CD des Unichores sein. Zuvor geht es für die etwa 70 Laiensänger und -sängerinnen auch noch auf Konzertreise nach Hamburg und Bremen.

Schwerpunkt auf hoch- und spätromantischen Werken

Das Konzertprogramm bot einen schönen Querschnitt durch das Repertoire des 1989 gegründeten Chores, der bis 2013 vom Gründer Wolfgang Schult geleitet wurde. Es gebe beim Unichor nur wenig Zeit, in der aber viel geschafft werden müsse. „Die Proben sind sehr intensiv“, beschreibt der aktuelle Chorleiter Nils Kuppe, der vom Willen seiner Sänger schwärmt.

Anders als sonst konzentrierte sich der Unichor auf hoch- und spätromantische Werke, beispielsweise drei Auszüge aus dem Mörike-Chorliederbuch von Hugo Distler von 1938/39. Langsam und atmosphärisch begann „Um Mitternacht“, Nr. 5, um im zweiten Teil der Strophe schneller und rhythmischer zu werden. Dabei wurden die Stimmen rhythmisch eigenständig geführt, um sich in der letzten Zeile im Unisono zu treffen.

Natürlich wurde auch dieses Mal wieder gerätselt. Die Männer des Chores sangen zwei Lieder von Johannes Brahms, wobei „Postillons Morgenlied“ erst 2010 in einem Archiv in Celle erstmals entdeckt wurde. Als Intermezzo spielte Nils Kuppe auf der Orgel der Universitätskirche das eindrucksvolle und mächtige „Scherzo ostinato“, op.  3 Nr. 3. Der Komponist, der Schwede Kurt Wiklander, sei ein Freund von Kuppes erstem Orgellehrer im Studium gewesen, wie Kuppe erklärte.

Anspruchsvolle Werke unbekannter Komponisten

Anspruchsvolle A-capella-Werke wenig bekannter Komponisten sind das Markenzeichen des Unichores und diese waren bei diesem Konzertprogramm auch wieder zu finden – allen voran Lieder von Wilhelm Berger, der beim Unichor immer wieder besondere Beachtung findet.

Energisch und rhythmisch erklang sein „Nachtgebet“ aus „Vier Gesänge für sechs- und achtstimmigen gemischten Chor“ aus dem Jahr 1897, das vom Chor kraftvoll und mit tollen Steigerungen interpretiert und mit einem weichen, versöhnlichen Ausklang abgeschlossen wurde.

Die 400 Besucher in der Unikirche, die sich bis in die zweite Empore verteilten, bedankten sich mit langem Applaus und stehenden Ovationen von der Empore, wofür sie mit zwei Zugaben belohnt wurden.

von Mareike Bader

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