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Putzfrau wird zur Sci-Fi-Königin

Kinostart: „Jupiter Ascending“ Putzfrau wird zur Sci-Fi-Königin

In der Abrasax-Dynastie ist die Erde nur der ­winzige Teil eines gigan­tischen intergalaktischen Imperiums. Das könnte ­allerdings bald auf den Kopf gestellt werden – von einer jungen Frau.

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Die tolpatschige Putzfrau „Jupiter“ (Mila Kunis) ahnt ihr wahres Schicksal. Die Erbin einer uralten Familiendynastie soll Königin ­werden und damit die Erde befreien.

Quelle: Warner Bros.

Der Kosmos ist unendlich groß – kaum vorstellbar, dass es nicht doch irgendwo intelligentes Leben gibt. Vielleicht sogar sehr viel schlauer und besser, als die Menschen auf der Erde. Diese Frage hat auch die „Matrix“-Macher Lana und Andy Wachowski beschäftigt. In „Jupiter Ascending“ ist der blaue Planet nur ein winziger Teil eines gigantischen intergalaktischen Firmenimperiums, geleitet von Wesen, die der Erdbevölkerung an Intelligenz, Wissen und Verständnis weit überlegen sind.

Nur menschliche Schwächen wie Neid, Gier und Machtstreben haben sie noch nicht überwunden. Und so dreht sich auch im weiten Kosmos alles nur um zwei Dinge: Macht und Geld. Das Universum wird von den drei Erben des gigantischen Industrie-Imperiums Abrasax regiert. Ihre Welt ist allerdings in Gefahr, denn eine junge Frau auf der Erde könnte ihnen die Herrschaft streitig machen. Wegen ihrer Gene könnte Jupiter den Thron der uralten Familiendynastie beanspruchen und Königin werden.

Der machtbesessene Balem Abrasax (Eddie Redmayne) will sie töten lassen. Doch der mutige Rebell Caine Wise durchkreuzt seine Pläne und versucht, Jupiter  (Mila Kunis) zu retten. Diese arbeitet als Putzfrau. Ihr Standardsatz jeden Morgen: „Ich hasse mein Leben“. Von ihren königlichen Genen hat sie keine Ahnung und schrubbt stattdessen fremde Fußböden und Toiletten.

Rasante Kamerafahrten und aufwendige Bilder

Ein Besuch beim Frauenarzt verändert alles. Die Ärzte und Krankenschwestern sind in Wirklichkeit nackte Schattenwesen aus dem Weltall, die sie umbringen wollen. In letzter Sekunde taucht der genmanipulierte Superkämpfer Caine (Channing Tatum) auf und kann mit ihr fliehen. Doch die intergalaktischen Mächte sind ihnen dicht auf den Fersen. Ein bisschen erinnert der geborene Kämpfer Caine an Iron Man.

Mit seinen Magnetstiefeln kann er wie der Superheld durch die Lüfte düsen. Und praktischerweise gibt es dazu auch gleich den passenden Raumanzug, der sich ihm bei seinen Flügen durchs Weltall automatisch überstülpt. Die Matrix-Macher Lana und Andy Wachowski entführen in die Weiten des Kosmos, mit rasanten Kamerafahrten, aufwendigen Bildern von fernen Sternen und Galaxien und gewaltigen Explosionen und Kampfszenen – und das in 3D. Eine Mischung aus Superheldenkino und Weltraumabenteuer, wie man es allerdings schon öfter im Kino gesehen hat.

Während die Technik durchaus sehenswert ist, ist die Geschichte etwas dünn geraten. Die wichtigste Botschaft: Am Ende dreht sich alles nur um Macht und Geld. In dieser Science-Fiction-Welt ist die Erde ein winziger Teil des Universums und die Menschen sind längst nicht mehr die Krone der Schöpfung. Andere Wesen haben sie übertrumpft mit Intelligenz, Wissen und ewiger Jugend. Nur die menschlichen Schwächen halten sich hartnäckig: Eifersucht, Hass, Herrschsucht und Lust an Intrigen. So bleibt am Ende die Erkenntnis, dass auch der schlaueste Außerirdische auch nur von Instinkten und Trieben gesteuert wird. Menschlich eben.

  • Der Film läuft im Cineplex in der 3-D-Fassung.

von Cordula Dieckmann

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