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Publikum fühlt kräftige Schläge

Neujahrskonzert im Audimax Publikum fühlt kräftige Schläge

„Prosit Neujahr“ wünschten wieder die etwa 80 Laienmusiker des Marburger Studenten-Sinfonieorchesters (SSO). Vor dem üblichen Radetzky-Marsch standen schöne Melodien auf dem Programm, die es teilweise in sich hatten.

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Das Neujahrskonzert des Studenten-Sinfonieorchesters im Audimax Marburg zu hören und natürlich auch zu sehen, lohnte sich ­einmal mehr. Das Publikum erlebte eine Reihe schöner Musikstücke.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Schwungvoll wie jedes Jahr wurde im Audimax beim Neujahrskonzert des SSO ins neue Jahr gestartet. Ein Programm „mit ordentlich Schmackes“ versprach Theresa Winterer, die charmant durch die Gala führte. Dieses Versprechen hielt das Laienorchester unter der Leitung von Dirigent Ulrich Manfred Metzger besonders im zweiten Teil des Abends ein, etwa bei der „Fanfare for Common Man“ von Aaron Copland.

Mit kräftigem Schlagwerk und starken Blechbläsern beeindruckten die Musiker das Publikum, das den lauten Schlag der großen Orchestertrommel und des Gongs nicht nur akustisch wahrnehmen konnte, sondern die Vibration auch deutlich fühlen konnte.

„Wenn sie die Bauarbeiter auf der anderen Straßenseite damit beschallen, ist die Stadthalle nächste Woche fertig - yes we can“, scherzte Moderatorin Winterer und spielte damit auch auf die starke amerikanische Konnotation an.

Wunderschöne atmosphärische Stücke bestimmten das diesjährige Programm, von der zart beginnenden Ouvertüre aus Humperdincks Oper „Hänsel und Gretel“ bis hin zu Ausschnitten aus Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung“ mit flirrenden Klarinetten, tänzelndem Fagott und kraftvollem Schlagwerk. Die Musiker hatten sichtlich Spaß an den temperamentvollen Stücken, wie „Conga del la fuego nuevo“ von Arturo Marquez, bei dem das Schlagwerk mit fünf Musikern besetzt war und nicht nur mit dem rhythmischen Spiel von Julian Gödde an den Bongos das Publikum mitriss. Rasant ging es auch bei der Polka „Stürmisch in Lieb und Tanz“ von Johann Strauss (Sohn) zu, bei dem das SSO durch feine Akzentuierungen bestach. Als Solistin hatte das SSO dieses Jahr die Sopranistin Rebekka Reister eingeladen, die vom Publikum kräftig gefeiert wurde. Sicher und genau begeisterte sie mit dem hohen Ton am Ende der Arie „Stridono Lassù“ aus der Oper „Pagliacci“ von Ruggiero Leoncavallo. Doch gegen den kraftvollen Tutti-Klang des Orchesters konnte sich die Sopranistin nur schwer durchsetzen. Traumhaft schön erklang „Gabriels Oboe“ aus Ennio Morricones Filmmusik zu „The Mission“, das im Audimax als geschlossener Konzertraum noch voller und wärmer klang als im vergangenen Jahr beim Klassik-Open-Air des Stadtfestes 3TM. Auch dieses Mal erhielt Oboist David Keseberg kräftigen Applaus für seinen hervorragenden Solo-Auftritt. Das Publikum bedankte sich mit langem, kraftvollen Applaus und Jubelrufen für das gelungene und kurzweilige Neujahrskonzert.

Allerdings zögerte sich der zweite Programmteil durch den Applaus und die drei Zugaben so sehr hinaus, dass einige Zuhörer schon vor dem obligatorischen Radetzky-Marsch ungeduldig wurden. Nach dem traditionellen Stück von Johann Strauss (Vater) machte sich daher das Publikum schnell zum Gehen auf.

von Mareike Bader

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