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Publikum feiert großartigen Tenor

Studenten-Sinfonie-Orchester Publikum feiert großartigen Tenor

Mit schönen Melodien und einem brillanten 
Solisten begrüßte das Studenten-Sinfonie-Orchester im Erwin-Piscator-Haus, erstmals nach dessen Neueröffnung, das neue Jahr.

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in die Gegenwart

Ulrich Manfred Metzger dirigierte die rund 80 Musikerinnen und Musiker des Marburger Studenten-Sinfonie-Orchesters ebenso ­zupackend wie präzise durch das Programm des Neujahrskonzertes in der Stadthalle.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Bei der Zugabe empfing das Publikum im ausverkauften Erwin-Piscator-Haus den Tenor Sungmin Song mit Jubel und Füßetrampeln – der Südkoreaner hatte die Herzen der Zuhörer zuvor im Sturm erobert.

So abgenudelt die wunderschöne Arie „Nessun Dorma“ aus Giacomo Puccinis Oper „Turandot“ in vielen Interpretationen auch klingen mag: Sungmin Song brillierte mit seiner warmen, kräftigen Stimme. Und wie seinerzeit Luciano Pavarotti erntete auch Song für das stark getroffene hohe C natürlich stehende Ovationen und direkten Zwischenapplaus. Das Studenten-Sinfonie-Orchester (SSO) hatte dieses Jahr wirklich einen außergewöhnlichen Solisten gefunden.

Wie ein stolzer Italiener stellte sich Song bei „La donna è ­mobile“ aus Verdis Oper „Rigoletto“ auf die Bühne und verkörperte die Kanzone des Herzogs von Mantua voller Inbrunst und Überzeugung und wurde auch hierfür vom Publikum umjubelt gefeiert.

Dirigent führt Laienmusiker präzise

Natürlich standen an diesem Abend, wie für ein Neujahrskonzert üblich, viele Klassiker auf dem Programm. Doch mit der Wiener Spätromantik rund um Johann Strauss hielt sich das SSO dieses Jahr eher bedeckt. Nur zwei Werke, die Ouver­türe zur Operette „Leichte ­Kavallerie“ von Franz von Suppé und die „Vergnügungszug“-Polka von Johann Strauss (Sohn) schafften es an diesem Abend auf das offiziellen Programm.

Stattdessen wurden Märsche von englischen Komponisten gespielt, wie etwa William Waltons „Crown Imperial“, der auch bei der Krönung von Elizabeth II. erklang. Für festlichen britischen Glanz sorgte auch Edward Elgars berühmter erster „Pomp and Circumstance“-Marsch, der vom SSO unter der zupackenden Leitung von Ulrich Manfred Metzger warm und kraftvoll interpretiert wurde. Kraftvoll und sicher interpretierten die Laienmusiker auch Tschaikowskys Schwanensee-Walzer, dem vielleicht ein wenig die Leichtigkeit fehlte.

Nach der Pause standen vermehrt moderne Werke wie Igor Strawinskys „Suite für kleines Orchester Nr.1“ auf dem Programm. Bei der Suite zum Broadway-Musical „Funny Face“­ von George Gershwin führte Dirigent Metzger seine­ etwa 80 Laienmusiker präzise und ermunternd und das Publikum konnte mit den weichen Streichern durch schöne Melodien wie „‘s Wonderful“ schwelgen. Mit vollem Orchester erklang auch Gustav Holsts „A Somerset Rhapsody“, das mit einem­ 
Oboen-Solo eröffnet wurde.

Bei den weiteren Zugaben ging es dann wieder in die Wiener Spätromantik mit der schnellen „Bahn frei!“-Polka von Eduard Strauss und natürlich dem traditionellen „Radetzky“-Marsch von Johann Strauss (Vater), mit dem das SSO alljährlich „Prosit­ Neujahr“ wünscht und vom ­Publikum langen stürmischen Applaus erhielt.

Die Moderation übernahm dieses Jahr der österreichische Schauspieler Peter Hohenecker, der auch bei den Biedenkopfer Schlossfestspielen mitwirkt.

von Mareike Bader

 
 
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