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Publikum feiert ein „Supertalent“

Michael Hirte in Stadtallendorf Publikum feiert ein „Supertalent“

Wie virtuos man mit einem eigentlich ganz banalen Instrument umgehen kann bewies Michael Hirte am Montagabend in der Stadtallendorfer Stadthalle.

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Beste musikalische Unterhaltung boten Ronny Weiland (links) und Michael Hirte auf der Bühne der Stadtallendorfer Stadthalle. Foto: Alfons Wieber

Stadtallendorf. Der 49-jährige Brandenburger, der in 2008 mit überwältigender Mehrheit zum Supertalent des Jahres gewählt worden war und danach vom Straßenmusiker zum umjubelten Star aufstieg, begeisterte die rund 400 Besucher durch sein einfühlsames Mundharmonikaspiel mit Melodien, die unter die Haut gingen.

Von Beginn an ging das Publikum begeistert mit und beklatschte den ehemaligen LKW Fahrer, der nach einem schweren Unfall in 1991 auf einem Auge blind und dessen rechts Bein seit dieser Zeit steif ist. Sein Instrument beherrschte er virtuos. Er spielte gefühlvoll, innig, schickte seine Zuhörer auf Traumreisen und ließ das Publikum beschwingt mit den Füßen wippen. Ein Hochgenuss war seine Hommage an die Kelly Family mit „An Angel“ oder „Davids Song“. Bei Titeln wie „No matter what“ von der Gruppe Boyzone und dem Beatles-Medley „Yesterday oder Let it be“ schmolz das Publikum förmlich zu einer einzigen Fangemeinde zusammen. Die Besucher hakten sich unter die Arme, schunkelten oder sangen mit. Auch seine Interpretation des „Ave Maria“ und des Gefangenenchors aus Verdis Oper Nabucco kamen sehr gut an. An seine Vergangenheit als Trucker erinnerte er mit dem Gruß an seine ehemaligen Kollegen „Allzeit gute Fahrt“.

Hirte stand aber nicht alleine auf der Bühne. Mitgebracht hatte er Ronny Weiland, den singenden Steinmetz aus Apolda, der mit seiner Bassbaritonstimme, die wie ein Donnergrollen klang, perfekt zur Mundharmonika von Michael Hirte passte. Wie er erzählte, war er am Wiederaufbau der Dresdener Frauenkirche beteiligt und hatte dort 2001 auch seine Steinmetzmeisterprüfung abgelegt.

Mit seiner Stimme und Stücken wie „Abendglocken“, „Mit der Troika in die große Stadt“ oder dem „Wolgalied“ tritt Weiland in die Fußstapfen seines großen Vorbildes Iwan Rebroff. Auch im Duett mit Hirte beeindruckte der stimmgewaltige Sänger.

Das dritte Glanzlicht des Abends waren die Musiker der Mario-Frank-Begleitband. „Ich bin richtig stolz mit solch tollen Musikern auf der Bühne stehen zu dürfen“, freute sich Hirte über die sechs Virtuosen.

Am Ende gab es durch das Publikum stehende Ovationen und einen kaum enden wollenden Applaus für die Akteure auf der Bühne.

Dafür bedankte sich Hirte in seiner Zugabe mit einer A-Kapella Interpretation von bekannten Volksliedern wie „Mein Vater war ein Wandersmann“ oder „Mus I denn zum Städtele hinaus“, zu welcher auch das Publikum begeistert mit schunkelte und mitsang.

von Alfons Wieber

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