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Publikum feiert Weltklasse-Blues

Schroeter und Breitfelder Publikum feiert Weltklasse-Blues

Bei der Zugabe gab es kein Halten mehr. Die 200 Besucher am Kaiser-Wilhelm-Turm ließen ihrer Begeisterung freien Lauf und tanzten wild drauflos. Das Duo Georg Schroeter und Marc Breitfelder bot zuvor Blues auf Weltklasseniveau.

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Das weltweit bekannte Blues-Duo Marc Breitfelder (rechts) und Georg Schroeter (links) begeisterte am Samstagabend auf der Waldbühne am Kaiser-Wilhelm-Turm mehr als 200 Besucher.

Quelle: Mareike Bader

Marburg. Georg Schroeters Finger flitzen auf dem Piano hin und her, dazu singt er mit seiner leicht rauchigen Blues-Stimme. Zum Rhythmus vom Schlagzeug von Tim Engel, der später am Abend für sein großartiges Solo gefeiert wird, gesellt sich Marc Breitfelder. Mit seiner Mundharmonika versetzt er jeden in Erstaunen - es ist einfach ­unglaublich, was der Musiker aus seinen Instrumenten herausholt. Insgesamt 40 verschiedene Mundharmonikas hat er bei dem Konzert am ­Samstagabend auf der Waldbühne am Kaiser-Wilhelm-Turm dabei - zuhause seien es über 200 Stück, erzählt er im Gespräch.

Immer wieder wechselt er die Instrumente, zieht wie ein Magier eine Mundharmonika aus der Brusttasche und lässt die andere in der Hosentasche verschwinden. Breitfelders Technik ist atemberaubend.

Meist komplett in sich versunken entlockt er seinen ­Mundharmonikas Klänge, die man so nicht erwartet hätte. Dabei arbeitet er mit allem was ihm zur Verfügung steht - seiner Atmung, seinen Händen oder sogar einem kleinen Bierkrug. Obendrein legt er ­stellenweise eine Geschwindigkeit an den Tag, die so manchen E-Gitarristen blass aussehen lässt. Obwohl Schroeter und Breitfelder ein durch und durch eingespieltes Team sind, sind die vielen Soli immer noch komplette Improvisationen. „Jeder Abend ist anders, das kann man nie hundertprozentig planen“, so Breitfelder.

Georg Schroeter und Marc Breitfelder spielen seit 27 Jahren zusammen und das merkt man ihnen auch an. 2011 gewannen sie als erste Europäer den größten Bluesmusiker-Wettbewerb, die „International Blues Challenge“ in Memphis. Breitfelder ist auch auf der Live-CD „Symphony“ von Karat und dem Philharmonischen Orchester Kiel zu hören. Doch meistens spielen die beiden Kieler gemeinsam, auch wenn sie bei anderen Projekten beteiligt sind.

„Ich bin glücklich, dass sie unser Niveau hier auf die Weltspitze heben“, kündigt Lutz Gottfried vom Verein „Mobilo“ zu Beginn des Abends die Musiker an, die bereits zum dritten Mal in Marburg zu Gast sind. Beim Open-Air-Konzert letztes Jahr bei sehr sommerlichen Temperaturen interpretierten sie zum ersten Mal das George-Gershwin-Lied „Summertime“, das sie seitdem bei jedem Konzert spielen. Dabei sagt Schroeter über das Marburger Konzert: „Ein Abend, den ich nie vergessen habe und vergessen werde.“

Zum Blues mischen die Musiker immer wieder andere Musikrichtungen. Neben Cover-Versionen von bekannten Stücken, die sie sich zu eigen machen, spielen sie auch eigene Kompositionen, wie „Talk To Me“ - einen Dialog zwischen einem Mann und einer Frau. „Ich kenne niemanden, der eine Frau auf der Mundharmonika so gut imitieren kann wie Marc“, grinst Schroeter.

Das Publikum ist sichtlich begeistert, wippt und tanzt mit, ist ausgelassen, feiert die kraftvolle Musik und einen grandiosen Abend, der vielen in Erinnerung bleiben wird.

von Mareike Bader

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