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Publikum feiert US-Band „Naturally 7“

Nacht der Stimmen Publikum feiert US-Band „Naturally 7“

Drei erstklassige Gruppen, 1000 Zuschauer in Partystimmung und Standing Ovations: Die „Nacht der Stimmen“ des Kulturladens KFZ am Freitag war ein voller Erfolg.

Marburg. Man denkt, man träumt: Man hört eine Band, sieht aber kein einziges Instrument auf der Bühne. Die sieben Sänger von „Naturally 7“, angekündigt als der Top-Act des Festivals, waren wirklich unglaublich. Sie imitierten mit ihren Stimmen beinahe jedes Instrument: Bass, E-Gitarre, Trompete, Schlagzeug, Flöte, Geige - alles täuschend echt. Dazu sieben tolle Gesangsstimmen, voll, wandelbar und sicher. Dabei hatten die sieben US-Boys den Rhythmus im Blut.

„Naturally 7“ wird nicht umsonst „Band ohne Band“ genannt. Sie eröffneten ihren Part mit einem der vielen Ohrwürmer des Abends: „Summer­breeze“, ein schmeichelnder Evergreen aus der Discoecke, klang genau wie auf der CD von damals. Man rieb sich die Augen, aber weit und breit weder Bassgitarre noch Schlagzeug zu sehen. Ein Trick? Nein, die Sänger hielten nur die Mikrofone ganz nah an den Mund, zischelten, schnalzten und brummten hinein, und schon klang das Ganze völlig echt und perfekt zusammen.

„Wir haben alles dabei!“, rief einer der Sänger in die Menge. „Hip-Hop, Soul, Funk, Pop!“ Und genau so ging es kunter­bunt weiter. Das eingängige „Englishman in New York“ war ebenso dabei wie die Hits „Let‘s get together“ und „New York, New York“. Stets sangen die smarten Jungs mit viel Energie und Herzblut und auf den Punkt genau zusammen. Vor allem aber wussten die sieben Bühnenprofis, wie man das Publikum mitreißt und Stimmung macht. Am Schluss kochte der Saal. Die Leute bekamen sich gar nicht wieder ein vor Begeisterung, alles hüpfte, klatschte, johlte, tanzte, und die Standing Ovations nahmen kein Ende. Vergessen war der Umzug von der Freilichtbühne in die eher triste Halle.

Mit „Naturally 7“ hatten die Veranstalter vom KFZ einen echten Trumpf aus dem Ärmel gezaubert. Die beiden anderen Gruppen, „Delta Q“ und JuiceBox, mussten sich aber auch nicht verstecken. Die Boygroup Delta Q stammt aus Berlin. Mit ihren witzigen Ideen und ihren ausdrucksstarken Stimmen eroberte sie die Herzen des Publikums im Sturm. Da gab es „Freude, schöner Götterfunken“ echt bayerisch und als Reggae gesungen, da gab es ein Frühlingslied für Heuschnupfengeplagte (Refrain: Hatschi! Hatschi!) und einen herrlichen Liedermix, mit dem man sich Zahlen besser merken kann. Nettes Geblödel stand neben kritischen Tönen, alles wurde stets witzig verpackt und perfekt gesungen. So kam es, dass die Jungs erst nach der fünften Zugabe die Bühne verlassen durften.

Ganz anders präsentierten sich die sechs Künstler der Gruppe JuiceBox. Auch hier traten exzellente Sängerinnen und Sänger auf, vier Männer und zwei Frauen. Sie legten den Schwerpunkt auf Eigenkompositionen, die in sämt­lichen Musikstilen daherkamen. Knackige Beats waren ebenso zu hören wie Herz-Schmerz-Balladen und zarte Folksongs. Und natürlich war kein einziges Instrument im Einsatz, sondern nur die Stimmen. Besonders schön ein verträumtes Lied über Island, in dem die Geysire zischten und das Meer rauschte. Der Dschungel wurde lebendig in einem sonnigen, afrikanisch inspirierten Song. Da sangen die Vögel, da schrien die Affen, und die Trommeln schlugen den Takt dazu. Auch die Gruppe „JuiceBox“ musste mehrere Zugaben geben, ehe sie die Festival-Bühne frei geben durfte für „Naturally 7“.

von Bettina Preussner

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