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Publikum feiert Klasse-Duo stürmisch

Konzertverein: 450 Zuhörer im Audimax Publikum feiert Klasse-Duo stürmisch

Kristóf Baráti ist ein willkommener Gast beim Konzertverein. Auch sein fünfter Auftritt in Marburg war ein Genuss. Klára Würtz begleitete ihn kongenial am Klavier.

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Die beiden ungarischen Musiker Kristóf Baráti und Klára Würtz musizierten im Audimax die drei Sonaten für Violine und Klavier von Johannes Brahms.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Erneut stand am Sonntagabend eine komplette Werkgruppe eines Komponisten auf dem Programm. Doch dieses Mal musste das Publikum nicht so viel Zeit mitbringen wie beim Beethoven-Marathon vor neun Monaten. Der ungarische Geiger Kristóf Baráti und die ebenfalls aus Ungarn stammende Pianistin Klára Würtz spielten alle drei Violinsonaten von Johannes Brahms.

Er spiele gerne in Marburg, erzählte Baráti nach dem Konzert, der sich dabei auch sehr dem Konzertverein verbunden zeigte, mit dem er gerne zusammenarbeite. Der nächste Auftritt, es wäre das sechste Gastspiel seit 2008, sei noch nicht fest geplant. Aber er komme auf jeden Fall wieder, so der Geiger.

Das Publikum, das die beiden Musiker stürmisch feierte, dürfte sich darüber freuen. Denn auch dieser fünfte Auftritt war ein Genuss. Ebenso wie die Beethoven-Violinsonaten vom Marathon aus der vergangenen Saison hat das Duo auch die Brahms’schen Violinsonaten bereits auf CD eingespielt, die vergangenes Jahr erschienen ist.

Baráti beherrscht sein Instrument perfekt

Doch live war es ein noch größeres Erlebnis, zu hören und zu sehen mit wie viel Gefühl und eindrucksvoller Technik Baráti und Würtz die wunderschönen Melodien und kraftvollen Rhythmen herausgearbeitet hatten.

Gleich beim ersten Satz der Violinsonate Nr. 1 ließ der Geiger seine Stradivari „Lady Harmsworth“ singen. Der warme und feste Klang zeigte meisterlich, warum Stradivari-Geigen so beliebt und berühmt sind. Und Baráti beherrscht sein Instrument perfekt, zeigt insbesondere bei seiner Bogenführung enorme Technik. Selbst wenn er nur ganz leicht über die Saiten strich, verlor Baráti nie den klaren Klang des Tones.

Klára Würtz und Kristóf Baráti gelang es, die oft als schwer wahrgenommene Musik Brahms‘ ganz leicht wirken zu lassen. Mit viel Einfühlungsvermögen stellten sie den inneren Gemütszustand des Hamburger Komponisten dar.

Lebhaft mit punktierten Rhythmen begann der dritte Satz der ersten Sonate, in der Klavier und Violine wunderschön miteinander erklangen. Dagegen war die zweite Melodie, ebenfalls auf einem der für Clara Schumann komponierten „Regenlieder“ basierend, melancholisch und traumhaft schön.

Romantische Zusammenspiel von Geige und Klavier

Fantastische Kontraste beherrschten auch den zweiten Satz der zweiten Sonate, der als Intermezzo zwischen den langsamen „Andante“- und den lebhaften „Vivace“-Teilen hin- und hersprang. Nach einem sanften Ausklingen des zweiten „Andante“ verstärkte sich der Gegensatz durch die von Würtz gespielten verspielten Figuren, wozu Baráti auf seiner Geige zupfte.

Kraftvoll ging es zum letzten Satz der dritten Sonate. Es war erstaunlich zu sehen, wie viel Kraft in Klára Würtz mit ihren für Pianisten vergleichsweise kleinen Händen steckte. Herrlich romantisch erklang das Zusammenspiel von Geige und Klavier beim Seitenthema.

Zum Finale nahmen sie noch einmal richtig Fahrt auf, waren beide gleichermaßen gefordert und ernteten für ihr hervorragendes Spiel vom Publikum langen und kräftigen Applaus. Und nach der Zugabe gab es Standing Ovations der 450 Zuhörer.

von Mareike Bader

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