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Prächtige Klangkunst in der Elisabethkirche

Marburger Bachchor Prächtige Klangkunst in der Elisabethkirche

Knapp 300 Besucher in der Elisabethkirche waren von diesem Konzert begeistert: Von der Auswahl der Werke bis hin zur Interpretation des Marburger Bachchors im Zusammenspiel mit Dan Zerfaß an der Klais-Orgel.

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Der Marburger Bachchor führt große Orgelmessen der französischen Komponisten Vierne, Dupré und Langlais auf.Foto: Nadine Weigel

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Leben und Wirken der drei Komponisten Vierne, Dupré und Langlais fiel in eine der spannendsten Zeiten der Musikgeschichte: Vom Übergang von Hoch- und Spätbarock zum Impressionismus mit seinen Experimenten. Es entwickelte sich vor rund 100 Jahren eine für die damalige Zeit moderne Kompositionsweise, die für manch heutigen Zuhörer noch ungewohnt-modern ist.

Der Marburger Bachchor fühlte sich hörbar wohl in dieser Welt der farbigen Klangkunst. Mit seiner Ausdeutung von Louis Viernes „Messe solennelle“ schlug der Bachchor seine Zuhörer von Anfang an in Bann, die bis zum Ende bei Jean Langlais‘ gleichnamigen Werk anhielt. Feierliche Schlichtheit und Empfindsamkeit prägten Ton und Klang des „Kyrie“. Trotz minimaler Verschiebungen von Orgel- und Chorklang begeisterte der Chor mit faszinierenden Wechseln durch die Harmonien, einem weichen Fließen der Stimmen, die sich elegant in akkordischen Schritten bewegten. Im „Benedictus“ bezauberten feine Stimmenduette von Tenor und Bass sowie Sopran und Alt zu zarten Registern im Orgelspiel.

Jan Zerfaß‘ intensive Register- und Klangsteigerung an der Orgel konnte der Marburger Bachchor mit einem Forte in bewundernswerter stimmlicher Leichtigkeit kombinieren.

Bezaubernd schlicht und empfindsam interpretierte der Chor das „Agnus Dei“ in all seiner romantischen Klangpracht. Die Zuhörer ließen sich bereitwillig vom schwebenden Klang im sakralen Raum der Elisabethkirche umgarnen.

Marcel Duprés „Magnificat“ eröffnete Nicolo Sokoli mit weicher und reiner Tenorstimme in gregorianischem Stil. Den Gesang griff Jan Zerfaß an der Orgel mit reichem Harmoniespiel und expressiven Wanderungen durch Tonarten auf. Es entwickelten sich eindringliche Wechsel von menschlicher Stimme und Orgelklang.

Bei der „Messe solennelle“ von Langlais‘ faszinierte der Marburger Bachchor mit schwebenden Klängen in reizvoller Harmonik und Rhythmik. Das war purer Klangzauber. Besonders ergreifend gelangen dem Chor die innigen Momente.

Nach der Zugabe des „Agnus Dei“ aus Viernes Messe gab es stürmischen Applaus für den Chor, den Dirigenten und den Organisten.

von Helmut Rottmann

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