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Popklassiker jazzig veredelt

Joo Kraus spielte bei „3 Tage Marburg“ Popklassiker jazzig veredelt

Der Trompeter Joo Kraus ist einer der Stars der jungen deutschen Jazzszene. Am Sonntag spielte er in der Pfarrkirche. Großartig.

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Marburg. Die Lutherische Pfarrkirche ist bis auf die letzte Bank gefüllt. Chorraum und Altar sind in blaue und rote Farben gehüllt, die der ehrwürdigen Kirche eine mystische Stimmung verleihen. Gepredigt wird allerdings am Sonntagabend nicht, stattdessen gibt es Jazz zum Ausklang des Stadtfestes „3 Tage Marburg“. Mit großer Spannung erwarten die Besucher Joo Kraus und das „Tales in Tones Trio“.

Aus der jüngeren deutschen Jazzszene ist Kraus nicht mehr wegzudenken, mit dem Jazz-Hip-Hop-Projekt „Tab Two“ gelang ihm gemeinsam mit Bassist Hellmut Hattler in den 1990ern international der Durchbruch. Maßgeblich beeinflusste ihr Stil den Acid-Fusion-Jazz.

Für das Konzert in der Pfarrkirche hat Kraus mit seinem Trio tief in den Hitlisten der jüngeren Popgeschichte gekramt und sich einiger Klassiker angenommen. Ein Remix sollte es nicht sein, sondern Neuarrangements voller Farbe und Groove, sozusagen das Beste jazzig veredelt. Mit Schlagzeuger Torsten Krill, Ausnahmearrangeur Ralf Schmid am Piano und Bassist Veit Hübner hat Kraus exzellente Mitspieler an seiner Seite, welche das Publikum vom ersten Ton an verzaubern.

Joo Kraus ist einer der Vorzeigemusiker der jungen deutschen Jazzszene. Zum Abschluss des Marburger Stadtfestes trat er zusammen mit dem Tails in Tones Trio in der Pfarrkirche auf.

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Toto’s Klassiker „Africa“ oder „Smooth Operator“ von Sade lassen sie in neuem Licht erstrahlen. Andächtig lauschen die Zuschauer, wenn Kraus zarte Tonleitern durch die Weite der Kirche schweben lässt. Die Musiker gehen ständig aufeinander ein, führen die Themen weiter und bauen sie mit eigenen Interpretationen aus. Das stetig wechselnde Farbenspiel hinter der Bühne rundet das Gesamtkunstwerk ab.

Eine leichte Verehrung des King of Pop ist bei den vier Künstlern nicht zu überhören und wird von Kraus auch mehrfach betont. So wird, neben weiteren Hits von Michael Jackson, dessen „Thriller“ ein wahrer Genuss für die Ohren. „Thriller“ ist auch nach 30 Jahren noch immer ein Meilenstein des Pop. Ihm verleihen Schmids filigrane Pianoläufe und Hübners groovende Rhythmen einen neuen Glanz. Über allem leuchtet Kraus‘ Trompete, mal elegant melancholisch, mal deutlich akzentuiert, aber immer passend und dem Original den nötigen Respekt gebietend.

Joo Kraus und das „Tales in Tones Trio“ ernten verdient lang anhaltenden Applaus des begeisterten Publikums. Nachdem das Klatschen auch nach fast zwei Stunden Konzert nicht enden will, kommen die Musiker noch mehrfach für Zugaben auf die Bühne. Ein fulminantes musikalisches Feuerwerk zum Ausklang des Stadtfestes.

von Jan Bosch

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