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Politischer Krimi um NSU-Terror-Trio

Krimivestival: Horst Eckert Politischer Krimi um NSU-Terror-Trio

Vincent Che Veih ermittelt wieder. In einem Fall, der fiktiv ist, aber Fragen auf reale Ereignisse wirft. Horst Eckert war mit seinem NSU-Thriller „Wolfsspinne“ zu Gast beim Marburger Krimifestival.

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Nach der Lesung im TTZ signierte der Krimiautor Horst Eckert in gewohnt kunstvoller Manier 
Bücher.

Quelle: Nadja Schwarzwäller

Marburg. Eigentlich hatte er in jedem seiner Krimis früher immer eine neue Hauptfigur. Deren Leben mit dem Fall verbunden war.

Deren Geschichte aber mit dem Fall dann auch zu Ende erzählt war. Dann kam Vincent Che Veih. Enkel eines Polizisten, Sohn einer ehemaligen RAF-Terroristin. Von dem erzählt Horst Eckert, als sei er eine reale Figur. Und das ist nur eines der Dinge, die eine Lesung mit Eckert zu einem ganz besonderen Erlebnis machen.

„Der sollte auch nur so eine 
 Eintagsfliege sein“, sagt der Autor über seinen Ermittler Veih. Aber das Ende, das er für ihn und seine Mutter im 
Krimi „Schwarzlicht“ im Kopf 
 hatte, wäre unrealistisch gewesen für die Handlung innerhalb nur eines Romans.

So entstand die Idee, ein weiteres Buch zu schreiben. Und nun ermittelt Vincent Veih bereits in seinem dritten Fall. Einem Fall, dessen realer Hintergrund Horst Eckert sofort gepackt hat, wie er verriet.

Erfindung entlang der Wirklichkeit

Als 2011 in Eisenach die Leichen von Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos in einem Wohnwagen gefunden wurden und man danach scheibchenweise erfuhr, was es mit dem sogenannten Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) auf sich hatte, „da wusste ich sofort, darüber will ich mal schreiben“. Dann habe er das Thema aber erst einmal vor sich hergeschoben.

Die Geschichte, 
die er nun geschrieben hat, sei „an der Wirklichkeit entlang erzählt, aber eine Erfindung“, sagt Eckert. Und dennoch sei sie wahrscheinlicher als die Erklärung der Bundesanwaltschaft für die zugrundeliegenden realen Ereignisse. Selbstmord? Daran glaubt Horst Eckert nicht.

Vincent Veih ermittelt derweil zunächst in Düsseldorf im Mord an einer Promiwirtin. Die Spur führt ins Drogenmilieu und dort gibt es eine Verbindung zurück zu den Vorfällen in Eisenach 2011.

Bei seiner Lesung fügt Horst Eckert Passagen aus beiden Handlungssträngen und Hintergrundinformationen zu seinem Schreiben und seiner Recherche zu einem wunderbar stimmigen und spannenden Ganzen.

Am Ende diskutierte er mit den rund 40 Gästen der Lesung im Rahmen des Marburger Krimifestivals im TTZ. Und signierte seine Bücher in gewohnt kunstvoller Manier.

von Nadja Schwarzwäller

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