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Poetisches Spiel über das Leben

KUSS-Festival Poetisches Spiel über das Leben

Mit einem Stück, das nichts weniger als den ewigen Kreislauf des Lebens zum Thema hat, ist die 21. Hessische Kinder- und Jugendtheaterwoche „Kuck!Schau!Spiel!“, kurz KUSS, eröffnet worden.

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Eine Szene aus dem Eröffnungsstück „Eins zwei drei vorbei“ (oben). Mitglieder des Theater-Jugendclubs empfingen die Besucher in bunten Kostümen.

Quelle: Matthias Lange

Marburg. 19 Produktionen sind im Theater am Schwanhof zu sehen, die besten werden am kommenden Samstag ausgezeichnet. Neben den Aufführungen gibt es auch 104 Workshops an heimischen Schulen, die zum Teil schon vor Beginn der Festivalwoche gestartet sind - einen kleinen Einblick in die Arbeit, die dort geleistet wird, gab vor Beginn der Eröffnung eine Gruppe des Theater-Jugendclubs, die die Besucher in bunten Kostümen und mit skurrilen Lauten begrüßte und ihnen die Wartezeit verkürzte.

2000 Schülerinnen und Schüler in der Stadt und im Landkreis können in den Workshops eigene Erfahrungen mit dem darstellenden Spiel machen. Eine Auswahl der Ergebnisse kann man am Freitag ab 16 Uhr im Theater am Schwanhof sehen.

Auf der Bühne zu erleben sind in den kommenden Tagen die Produktionen, die das Festivalteam aus über 100 Stücken ausgewählt hat, die es sich bundesweit und auch im Ausland angesehen hat. Das Programm wendet sich an Dreijährige ebenso wie an Jugendliche und natürlich immer auch an Erwachsene.

Einfache, aber einleuchtende Mittel

Intendant Matthias Faltz dankte den Unterstützern des Festivals, das in diesem Jahr zum 21. Mal stattfindet. Dass der mit 2000 Euro dotierte Preis, der vom Freundeskreis des Theaters vergeben wird, mittlerweile über Hessen hinaus einen hohen Stellenwert hat, betonte Albert Zetzsche, Referatsleiter Theater- und Musikförderung im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und seit 15 Jahren Weggefährte der Festivalmacher. Jürgen Sachs vom Festivalteam verabschiedete Zetzsche, der in Ruhestand geht, und dankte ihm für die langjährige gute Partnerschaft.

Nachdem die Geduld des jungen Publikums mit all den Eröffnungsreden auf eine harte Probe gestellt worden war, verzauberte es das Theater im Marienbad aus Freiburg mit seinem minimalistischen und poetischen Spiel um das Werden und Vergehen des Lebens. Untergliedert in Frühling, Sommer, Herbst und Winter stellten sie in „Eins zwei drei vorbei“ in reduzierter und doch nachvollziehbarer Form die verschiedenen Lebensabschnitte dar. Mann und Frau wachsen wie Pflanzen aus dem Bühnenboden, finden sich, bekommen ein Kind, ziehen es groß, buhlen um seine Liebe.

Mit einfachsten und doch einleuchtenden Mitteln werden Entwicklungsschritte wie Pubertät und Erwachsenwerden angedeutet, bis das Paar wieder alleine ist und schließlich dorthin zurückgeht, wo es herkam: in den Bühnenboden. Aber ein Neubeginn deutet sich schon an. Ganz wenig Sprache, keine „Geschichte“ im eigentlichen Sinne, aber große Gefühle, humorvolle Momente und viel Raum für Interpretation: Die Inszenierung widmet sich zwar den großen Fragen des Lebens, findet die Antworten aber im Einfachen und Kleinen. Wenn sich auch einzelne Elemente kleineren Kindern nicht völlig erschließen mögen, so ist dieses poetische „Stirb und werde“ doch in seiner Gänze erfahrbar und ein zarter, hoffnungsfroher Reigen des Lebens.

von Heike Döhn

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