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Poesie aus der Wunderkammer der Kunst

Ausstellung: Gert Gekeler Poesie aus der Wunderkammer der Kunst

„Digitale Gemälde“ nennt Gert Gekeler seine kunstvoll gestalteten Fotografien. Derzeit kann man sie in einer Ausstellung im Landratsamt in Cappel bewundern.

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Farbexplosionen: Gert Gekeler steht vor seiner Fotografie mit dem Titel „Blick ins Universum“. Foto: Bettina Preussner

Marburg. Gekeler schafft aus seinen Fotografien am Computer ganz neue Kunstwerke. Geheimnisvoll sehen sie aus, die „digitalen Gemälde“ des Marburger Künstlers: Wurzeln werden zu Fabeltieren, Bäume zu Märchenwäldern, Maschinenteile zum Blick ins Universum. Die Natur hat dem Künstler Modell gestanden, in technischen Teilen entdeckt er versteckte Poesie. Blätter, Blüten, Bäume, Schrauben und Kurbelwellen sind auf den Fotos abgebildet, aber sie sind nicht mehr wiederzuerkennen. Sie wirken wie verwandelt und verzaubert und regen die Fantasie des Betrachters an.

Bei der Vernissage am Dienstagabend gab Gert Gekeler im Interview mit dem Künstler Richard Stumm einen Einblick in seine Arbeitsweise. Auf die Frage, wie seine Fotografien entstehen, erzählte Gekeler, dass er oft bei Spaziergängen mit dem Hund fotografiere. Die Fotos bearbeitet er dann am Computer und druckt sie auf Leinwänden aus: „Ich will zeigen, dass aus einem Originalfoto ganz viel Verschiedenes entstehen kann. Hinter den Dingen steckt immer noch etwas anderes.“

Multiplikation, Spiegelung und Symmetrie spielen bei Gekeler eine große Rolle. Oft entstehen aus einem einzigen Motiv ganze Serien, manchmal legt er auch mehrere Fotos in Schichten übereinander. Einige von Gekelers Bilder erinnern in Machart und Farbigkeit an Andy Warhol, andere tragen fast impressionistische Züge.

Gert Gekeler ist künstlerischer Autodidakt. Lange Zeit hat er als Professor an der Hochschule Fulda gearbeitet. Dort leitete er auch das Projekt „Kunst mit geistig behinderten Menschen“ und entdeckte, dass die Arbeit am Computer behinderten Menschen ganz neue Möglichkeiten der künstlerischen Gestaltung eröffnet. Gekeler ließ sich davon zu seiner eigenen künstlerischen Tätigkeit anregen und gab seine konstruktivistische Ölmalerei auf.

Die Ausstellung ist bis zum 30. Oktober 2014 zu sehen.

von Bettina Preussner

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