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Pixars neuer Streich mit Witz und Herz

Kinostart: „Alles steht Kopf“ Pixars neuer Streich mit Witz und Herz

Wie sieht es wohl im Kopf eines elfjährigen Mädchens aus? In „Alles steht Kopf“ kehren die Animationskünstler von Pixar 
Rileys Innenleben nach Außen. Der reinste Spaß – für die ganze Familie.

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Der neue Pixar-Animationsfilm gibt Einblicke in die Gefühlswelt der elfjährigen Riley mit Kummer, Angst, Wut, Ekel und Freude (von links nach rechts).

Quelle: Disney

Mit „Alles steht Kopf“ dringen die kalifornischen Trickkünstler in die bisher exotischste Region vor: Es geht in den Kopf und ins Unterbewusstsein, in die Schaltzentrale der Gefühle, Erinnerungen und Träume. Schauplatz des 15. Pixar-Spielfilms ist die Gefühlswelt eines elfjährigen Mädchens.

Bei Riley geht es drunter und drüber, ihre Emotionen stehen Kopf. Kein Wunder, mit den Eltern ist sie gerade aus dem ländlichen Minnesota nach San Francisco umgezogen. Es ist der Abschied von ihren Freunden, vom geliebten Schlittschuhlaufen, von ihrer Kindheit.

Das klingt eher kopflastig als nach kinderleichter Unterhaltung, doch Pixar ist damit erneut eine wunderbare Gratwanderung gelungen, bei der sich Herz und Verstand, nachdenklicher Tiefgang und kunterbunter Spaß perfekt die Waage halten. Doch die kleine Riley mit den aschblonden, schulterlangen Haaren ist nicht etwa die Hauptperson.

Gefühle geben den Ton an

Das sind ihre mit Haut und Haaren personifizierten Gefühle: Freude, Kummer, Angst, Wut und Ekel. Freude ist eine quirlige Fee mit strahlenden Augen und quietschblauen Haaren, die Riley einfach nur glücklich machen will. Wut ist ein vierschrötiger Gnom mit Krawatte und rotem Kopf, der leicht explodiert. Kummer ist behäbig, mit traurigen Augen hinter einer runden Brille, alles fällt ihr unglaublich schwer.

Die fünf Gefühle geben in einer Schaltzentrale im Gehirn den Ton an. Sie steuern die Emotionen in der realen Welt. Das ist Schwerstarbeit. Da sitzt Riley mit ihren vom Umzug gestressten Eltern in der halbleeren Stadtwohnung am Mittagstisch. Ihr erster Schultag war ein Desaster, Riley schmollt, Dad wird wütend, Mom sorgt sich. Am Mischpult drehen Angst und Wut voll auf. „Inside Out“, so der Originaltitel, springt zwischen dem Innenleben und Rileys Welt hin und her.

Freude und Kummer sind versehentlich aus dem Hauptquartier rausgeschleudert worden. Sie bahnen sich nun einen Weg zurück durch das Gedächtnis, wo Erinnerungen als bunte Kugeln in endlos langen Regalen lagern. Sie treffen auf Bing Bong, Rileys imaginären Freund mit rosa Rüssel aus Kindertagen.

Es geht durch das düstere Unterbewusstsein, in die abstrakten Gedanken und in das Dream-Studio, wo Träume gemacht werden. Mit Schrecken sehen sie an, wie Rileys Welten einstürzen. Als fröhliches Mädchen in Minnesota baute sie in ihrem Kopf Fantasiewelten auf, etwa die kunterbunte Quatsch-Mach-Insel oder die Freundschafts-Insel. Nun bricht alles zusammen.

Abenteuer sprüht nur so vor Ideen

Das ist nicht nur reine Erfindung von Hollywoods Traumfabrik. Das Pixar-Team holte renommierte Neurologen, Biologen und Psychologen zur Hilfe. Der weltberühmte Psychologie-Professor Paul Ekman, der über Jahrzehnte Mimik und nonverbale Kommunikation studierte, arbeitete eng mit Regisseur 
Pete Docter zusammen.

Diese Abenteuerreise durch Rileys Seelenwelt sprüht nur so von originellen Ideen und herrlich schrägen Fantasiefiguren. Dabei gehen die Verzweiflung des Mädchens und ihrer Emotionen auch unter die Haut. Die anfangs völlig gegensätzlichen Charaktere Freude und 
Kummer kommen sich näher – ohne den anderen kommt keiner aus.

„Damit der Film auch Bedeutung und etwas Nachhaltiges hat, muss es dunklere Szenen und Verlust geben“, erklärt der Regisseur. Die Hauptfigur Freude würde eine wichtige Lektion im Leben lernen. Und das sollten auch die Zuschauer, vor allem die Großen, wünscht sich Docter.

  • Der Film läuft im Cineplex in der 2-D- und 3-D-Fassung.

von Barbara Munker

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