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Persönliche Kunst - vom Leben geprägt

Sandra Ritter in der Brüder-Grimm-Stube Persönliche Kunst - vom Leben geprägt

„Meine Kunst ist persönlich, vom Leben geprägt,“ beschreibt Sandra Ritter selbst ihre Werke, von denen sie nun eine Auswahl in der Brüder-Grimm-Stube in Marburg präsentiert.

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Sandra Ritter vor einem ihrer Familienbider.Foto: El-Hitami

Marburg. Bei der Ausstellung „Familienalbum - Momente der Erinnerung“ wird dieser persönliche Bezug besonders deutlich. Denn in den Fotoradierungen, die sie im Rahmen ihrer Masterarbeit am Fachberich Bildende Kunst anfertigte, geht es um Erinnerungen, vor allem um ihre 2004 verstorbene Großmutter.

Die Familie ist für die Studentin der Kunstgeschichte und Bildenden Kunst ein spannendes Thema: „Man wird durch sie geprägt, erfährt Halt, Schutz und Zuneigung“, so die 27-Jährige im Text zur Ausstellung.

Auf den Bildern sieht man die Großmutter Ruth Ritter als junge Frau, als Ehefrau, Mutter und Großmutter. Dass Sandra Ritter die Technik der Fotoradierung genutzt hat, ist kein Zufall. Der Vorgang ähnelt der Entwicklung eines Fotos auf Fotopapier, nur dass in diesem Fall das Motiv statt auf Papier auf eine Kupferplatte geätzt und anschließend zum Druck verwendet wird. So könne man bewusst Fehlstellen hervorheben und provozieren.

Erinnerungen sind oft verschwommen und unklar, oftmals nur schemenhaft - wie die Bilder der Künstlerin. Darin liege auch der Reiz der alten schwarzweißen Fotografien. „Genau diese scheinbaren Unvollkommenheiten und der zeitliche Verfall machen die Bilder interessant für mich“, erklärt Sandra Ritter ihre Faszination für das verwendete Medium.

Für ein Bild brauchte die Künstlerin einige Stunden, die ganze Masterarbeit habe etwa drei Monate in Anspruch genommen. Derzeit arbeitet sie an ihrer Masterthesis im Fach Kunstgeschichte und ist als studentische Hilfskraft am Institut für Bildende Kunst tätig.

Sandra Ritter ist nicht die erste Masterstudentin, die in der Brüder-Grimm-Stube ausstellen darf. Zweimal im Jahr soll dieser Raum den Studierenden zur Verfügung stehen, um die Arbeiten des Instituts für Bildende Kunst in die Stadtmitte zu bringen, so Karin Stichnothe-Botschafter vom Fachdienst Kultur. Die Ausstellung endet mit einer Finissage bei der 12. Marburger „Nacht der Kunst“ am Freitag, 21. Juni.

von Hannah el-Hitami

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