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Peinlicher Tanz um den Vulkan

Pompeii neu im Kino Peinlicher Tanz um den Vulkan

Der Untergang von Pompeji war eine der größten Naturkatastrophen überhaupt. „Pompeii“ von Paul Anderson ist vor allem eine filmische Katastrophe

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Kit Harington, bekannt aus „Game of Thrones“, spielt den Gladiator Milo.Foto: George Kraychyk/Constantin Film

Marburg. Im Jahr 79 n. Chr. ging die Stadt Pompeji am Golf von Neapel unter. Sie wurde verschüttet von der Asche des ausbrechenden Vesuv - und konserviert für die Ewigkeit. Noch heute zeugen Menschen, im Todeskampf versteinert, von Schrecken und Leid. Kaum vorstellbar, was sich damals in den Straßen der antiken Stadt abspielte. Trotzdem - oder gerade deshalb - haben Künstler immer wieder versucht, diese Frage zu beantworten und von den menschlichen Tragödien zu erzählen. Jetzt hat auch der britische „Resident Evil“-Regisseur Paul W.S. Anderson seine Version der Geschichte auf die Leinwand gebracht - und er begegnet der historischen Natur- mit einer filmischen Katastrophe.

Die Geschichte in Kürze: Als der Sklave Milo (Kit Harington aus „Game of Thrones“) mit Mitgefangenen auf dem Weg zu Gladiatorenkämpfen nach Pompeji ist, bleibt die Kutsche der schönen Kaufmannstochter Cassia (Emily Browning) im Schlamm stecken und eines der Pferde verletzt sich so böse, dass es keine Hoffnung mehr gibt. Milo kennt sich mit Pferden aus, hat Mitleid, bricht dem Tier das Genick - und erobert so im Sturm das Herz der jungen Frau.

In Pompeji soll Milo gegen „Triumphator“ Atticus (Adewale Akinnuoye-Agbaje) antreten. Weil die beiden Männer im jeweiligen Gegenüber aber einen Bruder im Geiste erkennen, kämpfen sie bald lieber gegen die römisch-imperialistische Macht als gegeneinander. Und so vergeht quälende Minute um quälende Minute mit immer neuen Gladiatorenkämpfen - unterbrochen von schmachtenden Blicken zwischen Milo und seiner Cassia, die dem fiesen römischen Senator Corvus (Kiefer Sutherland) versprochen ist.

Eine sehr lange Stunde dauert es im Film, bis der Vesuv dann endlich ausbricht, bis die Katastrophe beginnt, die in die Geschichtsbücher einging. Bei Anderson verkommt sie zum beliebigen Schlussakt. Wären vorher nicht immer wieder, quasi als Alibi, Bilder vom drohend brodelnden Vulkan in die Kampfszenen aus der Arena geschnitten, „Pompeii“ wäre von Ridley Scotts „Gladiator“ kaum zu unterscheiden - zumindest optisch. Qualitativ trennen den Oscar-prämierten Monumentalfilm und die „Pompeii“-Farce aber unüberbrückbare Welten.

Die klischeebeladene, unglaubwürdige Geschichte, ein Mix aus eben jenem „Gladiator“ und dem „Pferdeflüsterer“, bietet immer wieder unfreiwillig komische Szenen.

Asche und Feuer fliegen dank zwischenzeitlich ganz guter 3D-Effekte einigermaßen beeindruckend durch die Gegend, und der donnernde Soundtrack deutet zumindest hier und da die epochale Emotionalität an, die Anderson mit seinem Film wohl zeigen wollte und woran er grandios scheitert.

von Britta Schultejans

Zuschauermeinungen von OP-Vorpremierenbesuchern:

„Nicht schlecht, muss man aber nicht haben.“Waldemar Schneider (26) aus Gladenbach

„Bildgewaltiges Popcornkino.“

Sarah Hakelberg (26) aus Dautphetal

„Zu vorhersehbar.“

Karlheinz Jammer aus Ebsdorfergrund

„Der Vulkan hat alles versaut.“

Patrik Schwarz aus Gladenbach

„Bisschen kitschig. Schlechte Nachahmung von Spartacus, Gladiator usw.“

Andreas Bernhardt (24) aus Friedensdorf

„Absolut vorhersehbare Liebesschnulze. Einzig die Effekte vom Vulkanausbruch waren sehenswert.“

Jens Düsterhoff (38) aus Gladenbach

„Man hätte noch mehr daraus machen können. “Thorsten Dittmar (3%) aus Rauschenberg

„Guter Film.“

Christian Freiling (25) aus Friedensdorf

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