Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
Panzerbilder und Soundmaschinen

Ausstellung „Mosh“ im Kunstverein Panzerbilder und Soundmaschinen

Klangsysteme und Videoprojektionen stehen im Mittelpunkt der neuen Ausstellung im Marburger Kunstverein. Am Freitagabend war die Vernissage mit Performance.

Voriger Artikel
Vorlaute Puppen und mutige Artisten
Nächster Artikel
Kinder malen, basteln und lernen fotografieren

Besucher schauen sich ein „Panzerbild“ von Nik Nowak an. Es trägt den Titel „Lili Marleen“ und wurde mit einem Kettenfahrzeug „gemalt“.

Quelle: Bettina Preussner.

Marburg. Rund 200 Kunstfreunde, unter ihnen viele junge Leute, kamen zur Eröffnung der Schau mit Arbeiten der Berliner Künstler Nik Nowak und Moritz Stumm.

Die Laudatio hielt Jeni Fulton, ebenfalls aus Berlin und Redakteurin des „sleek magazines“. „Nachdem Sie die Ausstellung gesehen haben, werden Sie sich einige Fragen stellen“, sagte sie. Beiden Künstlern sei gemeinsam, dass sie den Klang und seine Auswirkung auf den Raum erforschten. „Beide fragen: Was ist Klang? Was ist Raum?“

In ihrem Rückblick auf die Kunstgeschichte betonte Fulton, dass es das „Gesamtkunstwerk“ schon früher gegeben habe. „Schon lange gibt es Bestrebungen, die Gattungsgrenzen zu überschreiten“, erläuterte sie und nannte die Experimente der Dadaisten als Beispiel.

Künstler macht Klänge neu erfahrbar

Gewalt sei darüber hinaus ein wichtiges Thema bei Nik Nowak und Moritz Stumm, fuhr sie fort. Als Beispiel nannte sie die „Panzermalerei“ von Nowak. Der Künstler ist mit einem „Soundpanzer“ über präparierte Metallplatten gefahren und hat so eine ganz eigene Art von Kunstwerk kreiert.

Des weiteren loteten die beiden immer wieder die Grenzen zwischen Subkultur und Hochkultur aus. Der 1981 geborene Nik Nowak beschäftigt sich mit mobilen Soundskulpturen und will so den Klang auf ganz neue Weise erfahrbar machen. Gleichzeitig spielten auch „Unsinn und Zwecklosigkeit“ eine Rolle, so die Rednerin weiter.

Der 1981 in Marburg geborene Moritz Stumm will mit seinen Videoinstallationen vor allem die Spannung zwischen Gesellschaft und subkulturellen Welten beleuchten und auch Rauscherfahrungen mit einbeziehen.

Im Anschluss an die Eröffnung zeigten die beiden Künstler die eindrucksvolle audiovisuelle Performance „Propaganda“. Hierzu projizierten Stumm und Nowak verschiedene Videosequenzen an die drei großen Wände im Obergeschoss des Kunstvereins. Dazu erklang mitreißende elektronische Musik.

Besucherin: Die Ausstellung ist der Wahnsinn

Gezeigt wurden zu Anfang magisch wirkende Lichtlinien, danach erschienen bedrohliche Bilder von Polizeieinsätzen und militärischen Aufmärschen. Dann wieder leuchteten beruhigende Bilder von Wald und Wasser auf, so dass der Betrachter zu ganz gegensätzlichen Assoziationen angeregt wurde.

Die Reaktion der Gäste auf Ausstellung und Performance war meist positiv. „Die Ausstellung ist der Wahnsinn“, schwärmte Anni Röhrkohl aus Marburg. „Man bekommt sehr viele Anregungen.“ „Ich bin immer aufgeschlossen gegenüber neuen Dingen“, erklärte die Marburgerin Ingrid Zwiesler.

Auch Rainer Flohrschütz, der ebenfalls aus Marburg kommt, hat die Schau gefallen. Er ergänzte mit Blick auf die Performance: „So etwas sieht man vielleicht in Berlin, weniger in Marburg. Das war mal etwas Experimentelles.“

Die Ausstellung mit dem Titel „Mosh“ ist noch bis zum 10. März zu folgenden Zeiten geöffnet: Dienstag bis Sonntag, 11 bis 17 Uhr, Mittwoch 11 bis 20 Uhr. Öffentliche Führungen finden jeden Samstag um 16 Uhr statt. Führungen für Schulklassen und Gruppen werden nach Vereinbarung angeboten: 06421/25882. Der Eintritt ist frei.

von Bettina Preussner

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Hier finden sie die Kommentare und Meinungen der Redakteure zu lokalen und weltpolitischen Themen sowie Glossen und augenzwinkernde Beträge. mehr