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Oscarreifer Historienthriller

Kinostart: „The Imitation Game“ Oscarreifer Historienthriller

Alan Turing war ein Kriegsheld und ein Pionier der Computertechnik. Das Leben des schwulen Vordenkers endete im Selbstmord. In dem Historiendrama „The Imitation Game“ erweckt ihn Benedict Cumberbatch zum Leben.

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Alan Turing (Benedict Cumberbatch, Mitte) und sein Team: Joan Clarke (von links), Peter Hilton, Hugh Alexander und John Cairncross.

Quelle: SquareOne Entertainment

Alan Turing ist kein typischer Kriegsheld. Der britische Mathematiker und Informatiker war ein Sonderling und Einzelgänger. Sein Leben ist faszinierend und tragisch. Historiker schreiben ihm zu, dass er als Knacker des Enigma-Codes der Nazis den Zweiten Weltkrieg um einige Jahre verkürzte und damit Millionen Menschen das Leben rettete. Doch Hollywood traute sich lange nicht an die Geschichte des schwulen Genies (1912-1954), dem der Ruhm zu Lebzeiten verwehrt blieb und der mit 41 Jahren Selbstmord beging.

Der norwegische Regisseur Morten Tyldum („Headhunters“) wagt sich nun in seinem ersten englischsprachigen Spielfilm an den vielschichtigen Stoff. Vorlage ist das Drehbuch des US-Autors Graham Moore, der mit „The Imitation Game – Ein streng geheimes Leben“ sein erstes Skript verfasste. Zugpferd für den Historienthriller ist der britische Schauspieler Benedict Cumberbatch, der in „Sherlock“ und „Inside Wiki Leaks – Die fünfte Gewalt“ schon clevere Ermittler und kritische Denker mimte.

Alles streng geheim

Cumberbatch spielt Turing in all seinen Facetten: als sonderlicher Einzelgänger, der schon in der Schule gehänselt wird. Als arroganter Wissenschaftler, der seine Kollegen provoziert und abweist, als besessener Läufer, verschlossenes Genie, in Gesellschaft mal kühl, mal humorvoll. Gleichzeitig kommt eine gequälte, sensible Seite zum Vorschein. Vor allem aber seine Besessenheit mit Zahlen und Codes.

In einer Topsecret-Mission des britischen Staates soll Turing mit anderen Wissenschaftlern verschlüsselte Funksprüche der Nazis knacken. Er eckt mit seinen Kollegen und Vorgesetzten an, doch am Ende hat er mit seiner bahnbrechenden Rechenmaschine Erfolg. Die Codes werden entschlüsselt, die Alliierten können in die Pläne der Deutschen einsehen und entsprechend agieren. Die Erfindung wird aus strategischen Gründen geheim gehalten.

Turings Heldentat bleibt unter Verschluss. Tyldum macht aus dem Wettrennen der Code-Knacker gegen die Zeit einen spannenden Thriller. Er stellt Cumberbatch interessante Figuren zur Seite, darunter Keira Knightley in der Rolle einer Mathematikerin, die mehr als nur eine platonische Freundschaft sucht. In Flashbacks und vorausschauenden Szenen bringt Tyldum das persönliche Drama Turings ans Licht.

Gute Aussichten bei der Oscar-Verleihung

Nach dem Krieg wird das Genie chronisch unterschätzt. Dabei leistet er Grundlagenarbeit für die spätere Computertechnik und künstliche Intelligenz. Nach einer Affäre mit einem Mann wird Turing 1952 wegen Verstoßes gegen gute Sitten verurteilt. Chemische Kastration durch weibliche Hormone „bewahrt“ ihn vor dem Gefängnis. 1954 stirbt Turing an einer Zyanid-Vergiftung, kurz vor seinem 42. Geburtstag. Es gilt als sicher, dass er sich das Leben nahm.

Mit einem Budget von nur 15 Millionen Dollar wurde „The Imitation Game – Ein streng geheimes Leben“ auf die Beine gestellt. Nach fünf Golden-Globe-Nominierungen, darunter als bestes Drama, für Cumberbatch und für Knightley, ist der Film einer der Oscar-Favoriten. Er geht mit acht Nominierungen ins Rennen, darunter in den Kategorien als bester Film und mit Cumberbatch als bestem Hauptdarsteller. Dass der Sonderling Turing dem Zuschauer so ans Herz geht, ist tatsächlich vor allem Cumberbatch zu verdanken.

Zuschauermeinungen :
Die Meinungen nach der OP-Sneak-Preview am Dienstag waren bis auf wenige Ausnahmen begeistert. „Bewegender Film mit mehr oder weniger wahrem Hintergrund“, fand Alexandra Kunz aus Marburg. „Genial. Hat alle acht Oscar-Nominierungen verdient“, wertete Carmen Weber aus Niederwalgern. Je zwei Freikarten gehen an: Laura Kaiser (Kirchhain), Sebastian Schmidt (Dautphetal), Mirjam Feibusch, Alexandra Kunz, Philipp Bron (alle Marburg). Die Karten werden zugeschickt.

  • Der Film startet im Capitol.

von Barbara Munker

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