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Österreich jubelt über zwei Oscars

85. Oscar-Nacht Österreich jubelt über zwei Oscars

Der CIA-Thriller „Argo“ von Ben Affleck gewinnt den Oscar als bester Film und löst iranische Proteste aus. In Österreich herrscht pure Freude: Michael Haneke und Christoph Waltz triumphieren. Steven Spielberg ist enttäuscht.

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Quelle: Paul Buck

Los Angeles. Ben Affleck hat mit seinem Polit-Thriller „Argo“ den Oscar für den besten Film abgeräumt. First Lady Michelle Obama selbst verkündete die Auszeichnung per Live-Schaltung aus dem Weißen Haus. Eine große und ungewöhnliche Ehre für Regisseur, Hauptdarsteller und Koproduzent Affleck, dessen Thriller insgesamt drei Preise gewann. Doch gerade dieser Obama-Auftritt stieß dem Iran bitter auf, die iranischen Nachrichtenagenturen Mehr und Fars nannten das Werk am Montag einen „anti-iranischen Film“.

Österreich jubelte in der Nacht zu Montag gleich über zwei Oscars für Schauspieler Christoph Waltz und den Film „Liebe“ von Regisseur Michael Haneke. Der „Lincoln“-Darsteller Daniel Day-Lewis wurde zum dritten Mal in seiner Karriere als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet - ein Rekord. Adele holte mit „Skyfall“ den ersten Oscar für einen James-Bond-Song, und Ang Lees opulente Romanadaption „Life of Pi - Schiffbruch mit Tiger“ wurde mit vier Auszeichnungen, darunter für die Regie, zum erfolgreichsten Film der 85. Academy Awards.

„Argo“ ist eine sehr amerikanische Geschichte und zeichnet die Geschehnisse um die tatsächliche Rettung von US-Geiseln in Teheran 1980 nach.

Ein anderes uramerikanisches Filmprojekt enttäuschte hingegen bei der Oscar-Verleihung: Spielbergs Historiendrama „Lincoln“ war mit zwölf Nominierungen als Top-Favorit ins Rennen gegangen, holte aber nur zwei der Goldstatuen. Immerhin konnte der Brite Daniel Day-Lewis als US-Präsident Abraham Lincoln die Filmakademie überzeugen.

Die Gala in Hollywood war auch ein großer Abend für den österreichischen Film. Gleich zwei Trophäen des wichtigsten Kinopreises der Welt gehen in das Nachbarland Deutschlands: Michael Haneke holte den Auslands-Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film mit seinem stillen Werk „Liebe“ und sicherte sich mit 70 Jahren seine erste Goldstatue. Für den deutsch-österreichischen Schauspieler Christoph Waltz gab es hingegen schon den zweiten Oscar. In dem Western „Django Unchained“ spielt er - wie schon bei seinem ersten Erfolg „Inglourious Basterds“ 2010 - eine Nebenrolle unter der Regie von Quentin Tarantino. Der US-Regisseur sicherte sich zudem den Drehbuch-Oscar.

Beste Hauptdarstellerin wurde etwas überraschend Jennifer Lawrence (22) für ihre Rolle in dem Film „Silver Linings“. Sie stach damit die hochgehandelte Emmanuelle Riva (86/„Liebe“) aus. Beste Nebendarstellerin ist Anne Hathaway (30) im Musical „Les Misérables“, das insgesamt auf drei Auszeichnungen kam; für Lawrence und Hathaway sind es die ersten Oscar-Ehren.

Die amerikanische Filmakademie präsentierte eine gelungene Gala mit sehr viel Musik und einem gut aufgelegten Moderator. Der US-Schauspieler Seth MacFarlane überzeugte bei seiner Oscar-Premiere die Star-Gäste im Dolby Theatre ebenso wie die Zuschauer weltweit mit ironischen, aber niemals zynischen Witzeleien.

Marburger Wertung

Die OP hat in Zusammenarbeit mit dem Cineplex nahezu alle großen Oscargewinner präsentiert - mit Ausnahme von „Lincoln“. Unangefochten an der Spitze der Marburger Publikumswertung rangiert „Django Unchained“. Auch das Musical „Les Misérables“ kam sehr gut an, liegt auf Platz 5. „Silver Linig“ und „Life of Pi“ rangieren in der Zuschauerwertung weit hinten im Mittelfeld - „Silver Linings“ auf Platz 23 und „Life of Pi“ auf Platz 31 von 37 bislang präsentierten Filmen. „Cloud Atlas“ und „Der Hobbit“, die in Marburg in der Publikumsgunst ganz weit vorne lagen, spielten in Hollywood keine Rolle.

von Patrick T. Neumann und Aliki Nassoufis

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