Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 0 ° wolkig

Navigation:
Odette und Siegfried in der Märchenwelt

Schwanensee Odette und Siegfried in der Märchenwelt

Weltklasse-Ballett in der Stadthalle: Am Freitagabend tanzte das Bolschoi Staatsballett Belarus den Klassiker „Schwanensee“ in einer traditionellen Aufführung vor begeistertem Publikum.

Voriger Artikel
X-Factor-Sieger kommen zur Promikon
Nächster Artikel
Star-Trompeter musiziert als Erster unter Gleichen

Das Bolschoi Staatsballett aus dem weißrussischen Minsk bezauberte in der Marburger Stadthalle mit dem märchenhaften Ballett-Klassiker „Schwanensee“.Fotos: Michael Hoffsteter

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. In inniger Pose stehen der schöne Prinz und die zarte Schwanenprinzessin auf der Bühne. Vertraut neigen sie die Köpfe zueinander. Doch der eifersüchtige Zauberer Rotbart springt dazwischen und trennt das Paar. Er will nicht hergeben, was in seinen Augen ihm gehört.

Der Schwan weicht mit vibrierenden, erschreckten Schritten zurück. Verzweifelt sucht der Prinz den Weg zurück zur Liebsten. Aber immer wieder ist Rotbart schneller und schirmt die Schwanenprinzessin ab. Dieser Konflikt aus dem vierten Akt ist eine der intensivsten Szenen des Balletts „Schwanensee“.

Weltklasse-Ballett in der Stadthalle: Am Freitagabend tanzte das Bolschoi Staatsballett Belarus den Klassiker „Schwanensee“ in einer traditionellen Aufführung vor begeistertem Publikum. Zum Bericht.

Zur Bildergalerie

Staatsballett Belarus gastierte in Marburg

Eifersucht, die Verehrung der Geliebten, die sich allzu leicht in Trugbildern verlieren kann, aber auch Vertrautheit, die sich intuitiv einstellt, - all dies ist im Ballettklassiker „Schwanensee“ märchenhaft verarbeitet, von Marius Petipa und Lew Iwanow in eine ausdrucksstarke Choreographie gefasst und mit der Musik von Tschaikowsky unterlegt.

Das Bolschoi Staatsballett Belarus gastierte am Freitagabend in der Stadthalle mit seiner traditionellen Aufführung des „Schwanensee“. Die Kostüme sind verspielt, doch der Tanz ist elegant und klar. Das Niveau beeindruckt: Jede Bewegung sitzt und die Synchronisation der Gruppenszenen ist perfekt.

Ekatarina Oleynik vollbringt die Leistung, sowohl Odette, die würdevolle, aber scheue weiße Schwanenprinzessin, als auch Odile, den selbstbewussten schwarzen Schwan, zu verkörpern. Sie schreitet als Odile über die Bühne wie eine verwöhntes Mädchen aus einem amerikanischen Highschoolfilm, das diabolisch lächelnd fiese Pläne schmiedet und sich sicher ist, dass jeder Junge nur von ihr träumt.

Marburg braucht ein größeres Festspielhaus

Wie schwer es ist, die Doppelrolle Odette/Odile zu spielen, zeigt der erfolgreiche Film „Black Swan“ mit Natalie Portman. Dort zerbricht die Hauptfigur an der Zerreißprobe. Oleynik dagegen erhielt für ihre Darstellung der Odile 2008 in Ungarn den Maya-Plisetskaya-Sonderpreis.

Auch Igor Artomonov als Prinz Siegfried, Denis Klimuck als Rotbart und der junge Takato­shi Machiyama als Narr überzeugen vollauf mit perfektem Tanz und ausdrucksstarkem Spiel. Die hohe Qualität braucht nicht zu wundern, denn das Bolschoi Staatsballett Belarus aus Minsk zählt zu den führenden Ballettkompanien der Welt und feiert in diesem Jahr sein 80-jähriges Bestehen.

Angesichts einer solchen Aufführung sollte feststehen: Marburg braucht ein größeres Festspielhaus, so dass die Kompanie „Schwanensee“ mit einem Orchester, und nicht nur zu Musik vom Band tanzen kann. Das Publikum war aber auch so von der Weltklasse-Darstellung begeistert und spendete tosenden Beifall.

von Angelika Fey

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Hier finden sie die Kommentare und Meinungen der Redakteure zu lokalen und weltpolitischen Themen sowie Glossen und augenzwinkernde Beträge. mehr