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Kriegswirren 
und Serienmörder

OP-Lesesommer Kriegswirren 
und Serienmörder

Diesmal stellen wir Ihnen den Krimi vor dem Hintergrund des Dritten Reichs „Der Angstmann“ von Frank Goldammer kurz vor.

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Quelle: dtv

Einen Kriminalfall verbindet Frank Goldammer in „Der Angstmann“ mit einer anschaulichen Schilderung der letzten Kriegsmonate 1945 in Dresden: Kriminalinspektor Max Heller will den Mörder, der junge Frauen auf bestialische Weise tötet, unbedingt finden.

Von seinem linientreuen Vorgesetzten kann er wenig Hilfe erwarten, der ist mehr damit befasst, sich um das bröckelnde 1000-jährige Reich Sorgen zu machen. Dresden ist voller Flüchtlinge, und seine politische Haltung macht Heller verdächtig.

Goldammer verbindet die Krimihandlung so mit dem beklemmenden historischen Hintergrund, das beides ineinandergreift und über einen bloßen Krimi weit hinausgeht.

von Heike Döhn

Leseprobe

„Dann war‘s also der Jud! Der Kohn.“ Klepp lehnte sich weit auf seinem Stuhl zurück und sah Heller herausfordernd an. Heller hielt dem Blick stand, saß er doch einem gelernten Fleischer gegenüber. „Und dessen Motiv?“ „Motiv? Ist doch klar. Rache wegen der Scheidung!“ „Meinen Sie nicht, der hätte andere Sorgen, als von Berlin hierherzukommen und der Bellmann aufzulauern, um Rache zu übern?“ Heller bemühte sich, nicht allzu sarkastisch zu klingen.

  • Frank Goldammer: „Der Angstmann“, dtv, 336 Seiten, 15,90 Euro.
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