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OP-Kollegen trauern um Helmut Rottmann

Kulturredakteur und Musikkritiker starb im Alter von 67 Jahren OP-Kollegen trauern um Helmut Rottmann

Es gibt Nachrichten, die will man gar nicht glauben, nicht annehmen. „Helmut ist tot“, hieß es am Freitag in der Redaktion. Er erlag am Mittwoch einem Herzinfarkt.

Marburg. Helmut Rottmann war zwar schon seit dem 30. September 1995 nicht mehr OP-Kulturredakteur, dennoch war er vor allem den älteren und insbesondere den kulturaffinen Kollegen in der Redaktion nach wie vor ungemein präsent. Denn Helmut Rottmann war ein liebenswerter Kollege, stets freundlich, zuvorkommend, hilfsbereit. Ein freundlicher Pfälzer eben, wie er gern betonte. Als wären alle Pfälzer so freundlich.

Helmut Rottmann wurde am 3. April 1949 im vom Krieg verwüsteten Berlin geboren. Aufgewachsen ist er aber in der Pfalz. In Landau machte er sein Abitur, in Koblenz studierte er Musik und Mathematik. Das Studium finanzierte er sich mit Musik: Er spielte Orgel und leitete Chöre.

Symbiose aus Beruf und Berufung

1974 heiratete er seine Frau Karin, mit der er 1981 in den Landkreis Marburg-Biedenkopf zog. Nach journalistischen Stationen beim Stadtanzeiger Neustadt, dem Landauer Stadtanzeiger und der Talpost wurde er am 1. Oktober 1981 verantwortlicher Kulturredakteur bei der Oberhessischen Presse.

„Als Redakteur und Journalist hat man jeden Tag Kontakt mit Menschen, gibt es keinen Tag an dem man nichts Neues lernt“, schrieb er über seinen Beruf auf seiner Homepage. Als Redakteur können „Beruf und Berufung sogar eine Symbiose eingehen“.

Bei ihm war es so, Helmut Rottmann liebte die Musik, er war bis zu seinem krankheitsbedingten Ausscheiden aus der Redaktion der Klassik- und Chorspezialist: „Konzerte sind mein Lebenselexir. Es ist immer wieder schön, beliebte und weniger bekannte Kompositionen zu hören. Laienmusiker können dabei ein solch hohes Niveau erreichen, dass man vor ihnen den Hut ziehen möchte“, lautete sein Credo über sein Hobby, die Musik.

Kompetent, kritisch und zugleich einfühlsam

Ich habe Helmut Rottmann in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts kennengelernt. Während meines Studiums war ich einer seiner freien Mitarbeiter. Ich habe viel von ihm gelernt – nicht zuletzt die Achtung vor den Menschen, über die wir Journalisten berichten.

Später wurde ich Kulturredakteur bei der OP und Helmut Rottmann – als es ihm gesundheitlich wieder besser ging – einer meiner freien Mitarbeiter. Das Leben geht oft eigentümliche Wege. Und immer wieder wurde ich von Chören und Orchestern gefragt, ob nicht bitte Helmut Rottmann über ihre Konzerte berichten könnte – kompetent, kritisch und zugleich einfühlsam und bedacht waren seine Rezensionen. Er war den Musikern stets freundlich gesonnen, weil sie sein ­Leben bereichert haben.

Diese Stimme ist verstummt. Wir trauern mit seiner Frau ­Karin und seiner Familie.

von Uwe Badouin

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