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„Thor“ setzt auf Frauenpower und Witz

OP-Filmtest „Thor“ setzt auf Frauenpower und Witz

Donnergott Thor verliert seinen Hammer und eine ultraböse Todesgöttin macht ihm schwer zu schaffen. Der dritte Teil der Saga kommt erstaunlich selbstironisch daher und punktet mit Stars.

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Schönere Bilder und weniger Pathos

Hulk (Mark Ruffalo, von links), Thor (Chris Hemsworth), Valkyrie (Tessa Thompson) und Loki (Tom Hiddleston) haben alle Hände voll zu tun, um eine Todesgöttin im Zaum zu halten.

Quelle: Marvel Studios / AP / dpa

Marburg. Das Marvel-Universum scheint schier unerschöpflich zu sein. Immer neue Comic-Helden erobern in kürzester Zeit die Leinwände, und vom pfeilschnellen „Spider-Man“ über den bulligen „Hulk“ bis zu den „X-Men“ und dem winzigen „Ant-Man“ entpuppen sich die meisten Marvel-Filme als veritable Blockbuster. Wann folgt der Marvel-Überdruss?
Mit „Thor: Tag der Entscheidung“ legen die Disney-Studios den dritten Teil der bislang höchst erfolgreichen nordischen Götter-Saga vor. Die beiden ersten Filme spielten weltweit über eine Milliarde Dollar ein, insgesamt sind sieben Filme geplant. Bislang jedenfalls scheinen die Zuschauer den oft schrägen Außenseiter-Figuren aus dem Marvel-Reich die Treue zu halten.

Der neue „Thor“-Film punktet nach dem eher düsteren Vorgänger „Thor – The Dark World“ von 2013 mit Humor, Selbstironie und einem erstaunlichen Starensemble. Der 1977 geborene neuseeländische Regisseur Taika Waititi, der 2014 mit seiner Vampirgroteske „5 Zimmer Küche Sarg“ für Aufsehen sorgte, hat die Göttersaga mit Muskelpaket Chris Hemsworth in der Titelrolle von unnötigem Ballast und Tiefgang befreit und konzentriert sich ganz auf die Schauwerte und Skurrilitäten. Nordische Mythologie trifft auf Pop-Art in einem spielerischen Actionfilm mit psychedelischem Anstrich. Und „Led Zeppelin“ liefern mit ihrem kreischenden Hardrock-Klassiker „Immigrant Song“ von 1970 die Hymne für diese Achterbahnfahrt, die durchaus in Richtung Retro abdriftet.

Zwei atemlose 
Stunden Popcorn-Kino

Wir erleben den einäugigen Odin und seine Familie als ziemlich durchgeknallte, heillos zerstrittene Sippe, die sich aufs Schönste beharkt und beargwöhnt. Anthony Hopkins verkörpert den Göttervater Odin extrem lässig, ein Alt-Hippie mit Zöpfchen und in zerknittertem Anzug, der über das Leben philosophiert und längst schon keine Lust mehr hat auf seine nervigen Nachkommen.

Kein Wunder, sein Adoptivsohn Loki (Tom Hiddleston) ist immer noch der pomadige Intrigant, der nichts geregelt bekommt, sich aber für einen tollen Hecht hält. Da ist Odins Tochter Hela als Fürstin der Finsternis schon ein anderes Kaliber. Cate Blanchett bringt zum ersten Mal reichlich Frauenpower in die von Männern dominierte „Thor“-Saga. Auch Neuzugang Tessa Thompson als ebenso trinkfeste wie kampferprobte Valkyrie ist ein echter Lichtblick.

Und was stellt ein Donnergott an, wenn er seinen Hammer verliert? Der athletische Chris Hemsworth – diesmal ohne Wikingerperücke – kämpft sich unverzagt durch den simplen Plot und hat auch die meisten Sprüche auf Lager. Witziger ist allerdings Mark Ruffalo als neurotischer Bruce Banner, der sich immer wieder in das grüne Ungetüm Hulk verwandelt: ein Typ wie aus einem Woody-Allen-Film. Wenn er Angst bekommt, färben sich seine Schläfen grün. Und Jeff Goldblum schließlich darf als sadistischer Diktator Grandmaster so richtig gemein sein. So bietet „Thor: Tag der Entscheidung“ zwei atemlose Stunden lang Popcorn-Kino auf erfreulich ironischem Niveau: keineswegs ein Meilenstein des Genres, aber sehr passable Unterhaltung.
„Thor 3“ startet im Cineplex.

von Johannes von der Gathen

Thor – Tag der 
Entscheidung erhielt von den Besuchern der OP-Schnupper-
Premiere im Cineplex das Prädikat: sehenswert mit der Note 3,14 (Bestnote ist 4,0).

Zuschauermeinungen:
„Thor elektrisiert.“
Tanja Posch aus Stadtallendorf

„Ein sehr sehenswerter Film mit tollen Bildern und einer guten Moral am Ende. Aber schlechte Witze und Comedy-Momente zerstören das Gesamtpaket ein wenig.“
Lea Weiler (21) aus Marburg

„Super. War sehr überrascht.“
Benjamin Schalk (34) aus Kirchhain

„Schade. Trotz vieler guter Gags auf niedrigerem Niveau gehalten als nötig. Besonders Lokis Figur wird von Film zu Film weniger überzeugend.“
Melina Griesel (22) aus Marburg

„Ein typischer Marvel-Film, der Action und Komödie perfekt vereint.“
Lara Becker aus Marburg

„Ein gelungener Film, der jedoch mit teilweise erzwungener Comedy viele gute Szenen runtergezogen hat. Das Warten hat sich trotzdem gelohnt.“
Karina Renner (22) aus Frankenberg

„Super und lustig.“
Tabea Reimann (22) aus Marburg

„An sich ein sehr schöner Film, wenn auch etwas zu comedy-lastig.“
Jessica Schärer (23) aus Frauenberg

„Wie zu erwarten ein etwas anderer Marvel-Film. Nach den eintönigen Produktionen der letzten Jahre durchaus erfrischend.“
Svenja Michel (23) aus Marburg

„Bis jetzt bester Film des Jahres.“
Arno Pfeifer aus Bad Endbach

Die Gewinner:
Je zwei Freikarten gehen an: Alica Lauer aus Marburg, Hannah Brattoli aus Kirchhain, Niklas Harnack aus Ebsdorfergrund, Melina Griesel aus Marburg und Jessica Schärer aus Frauenberg. Die Karten werden zugeschickt.

Die OP-Hitparade:
1. Die Reise der Pinguine 2 (3,72)
2. Planet der Affen (3,35)
3. Maudie (3,33)
10. Thor – Tag der Entscheidung (3,14)

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