Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Wiedersehen mit Captain Jack Sparrow

OP-Filmtest: „Pirates of the Caribbean: Salazars Rache“ Wiedersehen mit Captain Jack Sparrow

Johnny Depp torkelt über die Schiffsplanken, Javier Bardem zeigt Vampirzähnchen – und ein junges Liebespaar gibt es auch. Disneys unverwüstliche Piratensaga geht 
in eine neue Runde.

Voriger Artikel
Sesselfurzerpolka, Kalb und Wahnsinn
Nächster Artikel
Landkreis gibt Gewinner bekannt

Die Crew ist zwar jünger geworden, aber Captain Jack Sparrow (Johnny Depp, links) ist immer noch der Alte.

Quelle: Disney

Marburg. Es gibt ein Wiedersehen mit dem schrägen Captain Jack Sparrow, wiederum gespielt vom unverwüstlichen Johnny Depp, in der mittlerweile fünften Auflage von „Pirates of the Caribbean“ seit 2003. Leinen los, das Wiedersehen mit den Freibeutern und ihren gruseligen Widersachern macht durchaus Freude – wenn man nicht allzu viel Neues erwartet.

„Pirates Of The Caribbean 5: Salazars Rache“ setzt routiniert und überraschungsarm auf die bewährten spektakulären Schauwerte, die skurrilen Charaktere und hanebüchenen Plotkonstruktionen. Die norwegischen Regisseure Joachim Rønning und Espen Sandberg, die mit ihrem Expeditionsabenteuer „Kon-Tiki“ (2012) eine ­Oscar-Nominierung einheimsen konnten, haben das alte Blockbuster-Schlachtschiff aus dem Hause Disney behutsam modernisiert und auf den neuesten Stand der Digitaltechnik gebracht.

Captain Salazar lehrt das Fürchten

Und natürlich musste die Crew verjüngt werden, ein neues Liebespaar sorgt für die romantischen Momente. Die 25-jährige Britin Kaya Scodelario spielt die bildhübsche Astronomin Carina Smyth, die mit ihrem Wissen über die Himmelsgestirne das Schiff der Piraten durch alle ­Untiefen – auch des Drehbuchs – bis zum sagenhaften „Dreizack des Poseidon“ führt. Ihr zur ­Seite steht der Draufgänger Henry, ein junger Matrose der Royal Navy, schmissig gespielt vom australischen Newcomer Brenton Thwaites.

Richtig zum Fürchten dagegen kommt Javier Bardem („No Country For Old Men“) als finsterer Captain Salazar daher. Der spanische Oscarpreisträger hat den Part des Bösewichts, den er auch schon in dem Bondfilm „Skyfall“ übernommen hatte, längst perfektioniert. Als eine Art Vampir an Deck führt Salazar eine Bande von Geistermatrosen an, die Jagd auf den unverzagten Captain Sparrow und seine buntgescheckte Piratentruppe machen, die ihren betagten Segler mit dem sprechenden Namen „The Dying Gull“ (Die sterbende Möwe) nur mühsam wieder flottgemacht haben.

Captain Barbossa als altersmilder Seebär

Und Johnny Depp? Der blickt meist verdutzt aus seinen dick umschminkten Augen und ­torkelt ansonsten eher lustlos und mit ordentlich Schlagseite durch die simple, grotesk aufgeblasene Seeräubergeschichte. Dieser Jack Sparrow gibt mittlerweile eine ziemlich jämmerliche Figur ab, vom anarchistischen Furor und subversiven Witz früherer Auftritte ist nicht mehr viel übrig geblieben. Aber Depp ist eben das Gesicht der „Fluch der Karibik“-Reihe, und angesichts der chronischen Finanznöte, in denen der Schauspieler zu stecken scheint, wird uns sein Sparrow wohl noch ­einige Zeit erhalten bleiben. Ein wenig erscheint er wie der „Fliegende Holländer“ aus der Wagner-Oper: ein verfluchter Seemann, dazu verdammt, bis in alle Ewigkeit auf den Meeren zu kreuzen.

Einen großen Auftritt dagegen absolviert der australische Oscargewinner Geoffrey Rush („Shine“) als angegrauter Captain Barbossa. Der Veteran der Reihe, von Anfang an dabei, ist längst zum altersmilden Seebären mutiert. Wenn sein Blick sehnsuchtsvoll übers Meer schweift, hält die atemlos durchkalkulierte Piratensaga für einen Moment den Atem an.

  • Der Film läuft im Cineplex in der 2-D- und 3-D-Fassung sowie am Sonntag in der englischen Originalfassung.

von Johannes von der Gathen

 Fluch der Karibik – Salazars Rache erhielt von den Besuchern der OP-Schnupper-
Premiere im Cineplex das Prädikat:  sehenswert mit der Note 3,31 (Bestnote ist 4,0).

Zuschauermeinungen:
„Schön, alte Bekannte zu ‚treffen‘.“
Riccardo Pennisi aus Marburg

„Gewohnt vergnügliches Opus, märchenhafte Musik, himmlische Horologin. Unbedingt ansehen.“
Kathrin Bonacker aus Marburg

„Optisch ganz dick, storytechnisch lahm. Insgesamt wie erwartet enttäuschend.“
Lutz Oliver Steinle (22) aus Marburg

„Gutes Popcorn-Kino.“
Erich Flak aus Altenvers

„Gute Filmmusik, 3-D lohnt sich, gute Darstellung. Spannende Geschichte und gut geschauspielert.“
Nicole Giesel (22) aus Marburg

„Stellenweise witzig, aber insgesamt ziemlich an den Haaren herbeigezogen. Hat sich sehr auf die Witze früherer Teile verlassen.“
Kjell Daushaus aus Marburg

„Hat alles, was an Effekten zu erwarten war. Hat sich gelohnt.“
Jörg Musch aus Marburg

„Genauso klasse, wie gewohnt. Klare Empfehlung.“
Felix Böhm (19) aus Bürgeln

Die Gewinner:
Je zwei Freikarten gehen an: Lothar Wetstein, Riccardo Pennisi, Kathrin Bonacker, Lutz Oliver Steinle (alle Marburg) und ­
André Salmo (Frankenberg). Die Karten 
werden zugeschickt.

Die OP-Hitparade:
1. Sully (3,71)
2. Guardians of the Galaxy 2 (3,69)
15. Pirates of the Caribbean 5 (3,31)

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Hier finden sie die Kommentare und Meinungen der Redakteure zu lokalen und weltpolitischen Themen sowie Glossen und augenzwinkernde Beträge. mehr