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Aus edlem Ritter wird frecher Anti-Held

OP-Filmtest: „King Arthur: Legend of the Sword“ Aus edlem Ritter wird frecher Anti-Held

Diese noblen Helden, denen alles gelingt und die charmant die Welt retten – öde Streber. Wie wäre es mit einem frechen Kerl, der für Macht und Ruhm viel zu bequem ist?

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Charlie Hunnam spielt die englische Legende Arthur als frechen und schlauen Kerl, der keine Lust hat, König zu werden.

Quelle: Daniel Smith / Warner Bros.

Marburg. „King Arthur: Legend of the Sword“ ist mehr als die ­x-te Nacherzählung einer uralten Legende. Guy Ritchie hat die berühmte Sage modernisiert und als rasantes und überraschend lustiges Kinoabenteuer in Szene gesetzt. Charlie Hunnam, bekannt aus der Serie „Sons of Anarchy“, spielt diesen Arthur, der keine Ahnung von seinen adeligen Wurzeln hat. Aufgewachsen in einem Bordell, ist er nun einer der Großen in der Londoner Unterwelt. Doch dann zieht er das Schwert Excalibur aus einem Stein und erfährt, dass er der Sohn des ermordeten Königs Uther Pendragon ist und damit der rechtmäßige Herrscher von Britannien.

Der machtbesessene Vortigern (Jude Law) hat nach dem Mord an seinem Bruder Uther den Thron an sich gerissen und regiert mit eiserner Hand. Um König zu bleiben, tut er alles und paktiert sogar mit dem mächtigen Zauberer Mordred, der Britannien ins Verderben stürzen will. Die größte Angst hat er jedoch vor seinem Neffen Arthur. Uther konnte das Kind in Sicherheit bringen, bevor er ermordet wurde. Vortigern fürchtet, dass Arthur nun Jahre später nach Camelot zurückkehren und Anspruch auf die Krone erheben könnte. Das wäre ganz im Sinne der Rebellen und ihres Anführers Bedivere (Djimon Hounsou), die Vortigern stürzen und Arthur zum König machen wollen. Kleiner Haken: Der junge Mann möchte nicht, weder König werden noch regieren.

Hartgesottene Kerle und aufpeitschende Musik

Macht und Ruhm? Kein Interesse. Guy Ritchie macht aus dem edlen Ritter einen Anti-­Helden, schlau, frech und selbstbewusst, aber auch bequem. Mit dem legendären Schwert Excalibur kann er auch nichts anfangen. Im Gegenteil. Immer, wenn er es ergreift, erleidet er einen Schwächeanfall und hat furchterregende Visionen. Es sind Schatten der Vergangenheit, die ihm die Kraft rauben, stellt die Magierin The Mage (Astrid Bergès-Frisbey) fest, eine schöne, starke Frau, die Arthur zur Seite steht, während der große Merlin sich nur kurz blicken lässt. Was Guy Ritchie („Sherlock Holmes“) und sein Team auffahren, ist gewaltig. Überirdisch große Kriegselefanten, die mit Riesenrüsseln alles klein schlagen und auf deren Rücken ganze Paläste errichtet sind. Schlangen, dick und lang wie U-Bahnzüge.

Und hartgesottene Kerle, die vor nichts zurückschrecken, darunter auch der Ex-Fußballer David Beckham, der einen kurzen Auftritt als vernarbter Wachsoldat im Dienste Vortigerns hat. Dazu eine Musik mit aufpeitschendem Rhythmus und harten Beats, grandios komponiert von Daniel Pemberton.

Hinein ins Getümmel also? Von wegen. Natürlich wird gekämpft. Fäuste fliegen, Pfeile zischen und Soldaten durchbohren sich gegenseitig mit Schwertern. Doch im Gegensatz, etwa zu den „Hobbit“-Filmen, sind die Kampfszenen bei „King Arthur“ kurz. Denn der Film hat mehr zu bieten, nicht zuletzt pointierte Dialoge mit herrlichem Wortwitz.

Arthur und seine Rebellenfreunde pflegen einen rauen Umgangston, hart aber herzlich. Kumpels unter sich, derbe Scherze inklusive. Wenn sie beratschlagen, sind die Zeitebenen stakkatoartig durcheinander geschnitten: Planung, Vorbereitung, Ausführung. Gespräche wie ein Feuerwerk, ein großes Vergnügen, so wie überhaupt der ganze Film.

  • Der Film läuft im Cineplex.

von Cordula Dieckmann

 King Arthur erhielt von den Besuchern der OP-Schnupper-
Premiere im Cineplex das Prädikat:  sehenswert mit der Note 3,17 (Bestnote ist 4,0).

Zuschauermeinungen:
„Einfach toll.“
Tatiana Schweizer (29) aus Marburg

„Geniale Kameraführung, gepaart mit guter Musik, sauberem Humor und geballter Action: erinnert an ein geniales Videospiel und macht Spaß.“
Hendrik Drischmann aus Ebsdorfergrund

„Der Film hat alles, was ein Film haben muss. Von Anfang bis Ende sehr sehenswert. Gute Musik.“
Margrit Sommer aus Marburg

„Zu wenig Story, zu viel Kampf.“
Bernd Schwarz aus Marburg

„Spannend, sehr schnell, tolle 3-D-Effekte. Macht Lust auf den 2. Teil.“
Gernot Hirth aus Lohra

„Wenn man von dem komischen Mastaba-Gebilde (Vorläufer der ersten richtigen Pyramiden), der sehr frei ausgelegten Artus-Sage absieht – der Film hat mich trefflich unterhalten.“
Anna-Maria Kirchner aus Marburg

„Großartiger Soundtrack, herrlich maskulines Schlachten. Nichts für Leute mit Schlangenphobie.“
Kathrin Bonacker (50) aus Marburg

„Guter Actionfilm – nicht mehr, nicht weniger.“
Arno Pfeiffer aus Bad Endbach

Die Gewinner:
Je zwei Freikarten gehen an: Torben Ferbeck aus Lahntal, Jan Heesch aus Bad Endbach, Nils Vorndran, Anna-Maria Kirchner und Kathrin Bonacker (alle aus Marburg). Die Karten werden zugeschickt.

Die OP-Hitparade:
1. Sully (3,71)
2. Guardians of the Galaxy 2 (3,69)
3. Phantastische Tierwesen . . . (3,68)

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