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„Nichts ist so spannend wie ein Gesicht“

Porträts von Rainer Lather „Nichts ist so spannend wie ein Gesicht“

Die realistischenund zugleich rätselhaften Porträts des Kirchhainer Künstlers Rainer Lather faszinieren den Betrachter. Seit Freitag sind sie in der Lorraine Ogilvie Gallery (LOG) in der Ketzerbach zu sehen.

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Das andere Ich: Rainer Lather steht vor seinem Bild mit dem Titel „Reset“.Foto: Bettina Preussner

Marburg. Dicht gedrängt standen die Gäste bei der Eröffnung der Ausstellung in der LOG am Freitag. Dr. Michael Herrmann sagte zur Begrüßung: „Viele haben gesagt: Jetzt kann man mal was erkennen auf den Bildern. Wir haben uns bisher ja etabliert als Galerie für abstrakte Kunst.“

Rainer Lathers Spezialität sind Porträts, viele davon sind Selbstporträts. „Nichts ist so spannend wie ein Gesicht“, bekannte der Künstler. „Das Gesicht ist der Körperteil, der immer nackt ist.“

Seine Porträts sind nicht nur Abbilder der Wirklichkeit, sie haben etwas Rätselhaftes und Geheimnisvolles an sich. Sie tragen Titel wie „Schatten“, „Staatsanwalt“ oder „Watching the birds“ und weisen über das Dargestellte hinaus. Über ein bedrohlich wirkendes Selbstbildnis mit dem Titel „Kain“ sagt der Künstler: „Der Mörder ist in uns allen.“ Aber er will sich nicht festlegen auf eine Deutung seines Gemäldes. „Der Betrachter soll selbst eine Interpretation finden.“

Neben den Porträts hat Lather einige Serien ausgestellt, darunter sind unter anderem Filmstills aus dem berühmten Hitchcock-Film „Die Vögel“. Zu sehen sind nur die verrenkten Figuren, die sich ängstlich vor den aggressiven Vögeln wegducken, die Tiere selbst treten nicht in Erscheinung. Eine andere Serie gibt stark reduzierte alte Familienfotos wieder. Für diese Reihe ließ sich der Künstler durch ein Ahnenhaus anregen, das er in Papua-Neuguinea gesehen hat.

Lathers Bilder sind perfekte Projektionen, meist mit Ölfarbe auf Leinwand oder Holz gemalt. Der Hintergrund ist vielfach abstrakt ausgeführt und hat durch die Farbverläufe einen besonderen malerischen Reiz.

Rainer Lather lebt und arbeitet in Kirchhain. Er wurde 1960 in Marburg geboren. Zunächst absolvierte er eine Ausbildung zum Tischler und studierte später an der Werkkunstschule in Flensburg. Mehrere Jahre arbeitete er als Entwicklungshelfer in Papua-Neuguinea und Lesotho. Studienreisen führten ihn in verschiedene Länder Europas, Asiens und Afrikas.

Die Ausstellung in der Lorraine Ogilvie Gallery ist zu folgenden Zeiten geöffnet: Dienstag - Freitag 11 bis 13 Uhr und 16 bis 19 Uhr. Samstag 11 bis 13 Uhr und nach Vereinbarung (Ketzerbach 31).

von Bettina Preussner

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