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Neue Studiobühne eröffnet

Stadttheater Gießen Neue Studiobühne eröffnet

Seit dieser Spielzeit verfügt des Stadttheater Gießen am Berliner Platz über eine neue Studiobühne, die das in die Jahre gekommene Theater im Löbershof ersetzt.

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Bei einem öffentlichen Showtraining demonstrierten Mitglieder der Tanzcompagnie des Theaters ihr Können.Foto: Stephan Scholz

Gießen. Die neue Studiobühne nennt sich „taT“ - übersetzt: kleines Theater am großen Theater. Am Samstag und Sonntag wurde ihre Eröffnung mit einem großen Fest gefeiert. Tausende Besucher nutzten die Gelegenheit, einen Blick auf die neue Spielstätte zu werfen, die im Untergeschoss des Kinopolis am Berliner Platz beheimatet ist.

Über 20 Jahre hatte das Theater die alte Studiobühne im Löbershof genutzt, die bei insgesamt rund 400 Quadratmetern Fläche jedoch nur begrenzte Möglichkeiten geboten hatte. Es fehlten etwa Sozialräume für die Schauspieler oder Garderoben. Zudem wurde der alte Bau landläufig auch schon mal als Sauna bezeichnet, weil sich gerade im Sommer die nicht ausreichende Klimatisierung bemerkbar gemacht hatte.

Diese Defizite sind jetzt behoben. Am neuen Ort verfügt das Theater nunmehr über rund 850 Quadratmeter, inklusive einem Aufzug und einer behindertengerechten Toilette. Die Bühne selbst ist mit 12 mal 14 Metern so groß wie im alten TiL, mit 5,15 Metern jedoch bedeutend höher.

Die neuen Räume sind klimatisiert, verfügen über eine Kühlung und ein Foyer, in dem der neue Caterer Klaus Interwies, der ebenfalls das Catering im Großen Haus übernimmt, zukünftig auch Speisen anbietet.

Der große Kinosaal liegt direkt über dem Theater, das jedoch durch eine Schicht von 70 Zentimetern Beton weiteren zehn Zentimetern Isolierung und einem Teppichboden schallgeschützt ist. Gemietet sind die Räume, die mit der Premiere von „Erklärt Pereira“ am Donnerstag erstmals bespielt werden, für 20 Jahre.

Bei einer ersten öffentlichen Präsentation der Räume vergangene Woche hatte Intendantin Cathérine Miville darauf verwiesen, dass die Miete günstiger sei als im TiL. Sie betonte, dass die alte Studiobühne seinerzeit ein „tolles Konzept“ gewesen sei, allerdings eher ausgerichtet auf Formate wie Lesungen. Da das Theater eine solche Bühne jedoch mit Repertoirebetrieb bespielen wolle, sei der Umzug nötig geworden.

Das Eröffnungsfest hatte am Wochenende tausende Besucher aller Altersgruppen angelockt.

Los ging es am Samstagabend mit Konzerten auf dem Berliner Platz, die allerdings unter dem Wetter zu leiden hatten. Am Sonntagvormittag nutzte das Theater dann fast den gesamten Platz inklusive Rathaus, um sich zu präsentieren und die neue Bühne zu feiern.

So gab es etwa ein öffentliches Showtraining der Tanzcompagnie auf der großen Bühne am Rathaus. Führungen durch die taT-studiobühne wurden ebenso angeboten wie eine musikalische Weltreise im Atrium oder Kaffeehausmusik im Konzertsaal des Rathauses. Und auch Lesungen für Kinder standen auf dem Programm des Festes, das am späten Nachmittag endete.

Bestseller zum Auftakt

Als erste Premiere in der taT-Studiobühne ist am Donnerstag ab 20 Uhr die Theaterfassung von Antonio Tabucchis Bestseller zu erleben. Die Inszenierung von Christian Lugerth im Bühnenbild von Lukas Noll erzählt die Geschichte des Kulturredakteurs Pereira, der unerwartet zum Helden wird. Regie führt Christian Lugerth.

von Stephan Scholz

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