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Den Kräften der Natur auf der Spur

Marburger Kunstverein Den Kräften der Natur auf der Spur

Happy Birthday, Otto 
Ubbelohde! Zum 150. Geburtstag zeigt der Kunstverein eine Retrospektive mit rund 150 Gemälden und Graphiken des Marburger Malers. Am Freitag war Vernissage.

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Marburg. Bei der sehr gut besuchten Eröffnung am Freitagabend hieß Dr. Gerhard Pätzold vom Marburger Kunstverein die Gäste willkommen. „Dies ist ein besonderer Tag für den Kunstverein, der eigentlich der Kunst der Gegenwart verpflichtet ist“, erklärte er. Die Schau sei auf Anregung des Marburger Kunstmuseums zustande gekommen, das derzeit wegen der Innensanierung geschlossen ist. Auch der Otto-Ubbelohde-Stiftung dankte er für die gute Kooperation ebenso wie den privaten Kunstsammlern, die ihre­ ­Bilder als Leihgaben zur Verfügung ­gestellt haben.

Ludwig Rinn von der Otto-Ubbelohde-Stiftung begrüßte in seiner Rede unter anderem ­Brigitte Ubbelohde-Döring, die Großnichte des Malers. Er erläuterte, dass in der Retrospektive mit dem Titel „Nah und fern“ die Malerei Ubbelohdes im Vordergrund stehe. Weiter betonte Rinn, dass die reine, intakte Natur und ihre elementaren Kräfte Ubbelohdes Thema gewesen seien. Seine Motive fand der Künstler in der Umgebung seines Wohnhauses in Goßfelden. Dabei habe der Maler die Natur ganz aus der Nähe betrachtet, habe direkt neben dem Bauern und dem Hirten gestanden.

Dr. Christoph Otterbeck, Leiter des Marburger Kunstmuseums, hob hervor, dass das Museum den Auftrag habe, regionale Identität zu bewahren und die großen Linien der Kunstgeschichte zu zeigen. Ubbelohde sei ein frühes Schwergewicht in der Sammlung gewesen, so Dr. Otterbeck weiter. Von den 70 Gemälden des Marburger Malers seien in der Ausstellung nun 30 zu sehen.

Ausstellung bis 9. November geöffnet

Dr. Susanne Ließegang aus Gießen sagte in ihrer Einführung, dass Ubbelohde im Grunde ein ganz moderner Maler sei. Dafür spreche die Flächigkeit seiner Bilder, in denen oft die Aufteilung in Vordergrund und Hintergrund nicht eingehalten werde. Auch der pastose Farbauftrag und die gestische Art zu malen sei sehr modern und verleihe den Bildern eine große Energie. Sie wies darauf hin, dass der Künstler eine besondere Mischung aus Ölfarben und Eitempera verwendete, was seinen Bildern eine typische Mattigkeit verleihe.

Die meisten Gäste der Vernissage waren begeistert von den Werken. „Ich bin beeindruckt von der Ausstellung“, sagte eine Besucherin aus Marburg. „Vor allem die helleren Bilder im ersten Stock gefallen mir sehr gut.“ Eine Kunstfreundin aus Mainz erklärte: „Ich bin sehr vertraut mit Ubbelohde. Die Schau ist ein Wiederentdecken von vielem, was ich schon kenne.“ „Ich mag eher moderne Kunst“, bemerkte ein Besucher aus Marburg. „Ich finde es aber gut, dass ein Marburger Künstler dieses Forum bekommt.“
Otto Ubbelohde wurde 1867 in Marburg geboren, er starb 1922 in Goßfelden. Bekannt wurde er vor allem durch seine Märchenillustrationen.

  • Die Schau mit dem Titel „Nah und fern. Der Landschaftsmaler und Graphiker Otto Ubbelohde“ dauert noch bis zum 9. November. Die Öffnungszeiten sind: Dienstag bis Sonntag 11 bis 17 Uhr, Mittwoch 11 bis 20 Uhr. Jeden Samstag um 16 Uhr finden Führungen statt. Der Eintritt ist frei.

von Bettina Preussner

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