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Nacht der Chöre begeistert Zuhörer

Elisabethkirche Nacht der Chöre begeistert Zuhörer

Jung und Alt, Stadt und Land vereinte die fünfte „Nacht der Chöre“ am Samstag in der Elisabethkirche. Über den Abend verteilt kamen rund 1000 Zuhörer.

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Rund 1000 Zuhörer ließen sich bei der "Nacht der Chöre" begeistern.

Quelle: Manfred Schubert

Marburg. Kindergartenkinder sowie grauhaarige Pensionäre ließen ihre Stimmen erklingen, in 15 Chorgruppen vom Sextett bis zur 60-köpfigen Kantorei, a cappella, begleitet von Klavier, E-Bass und Schlagzeug oder einem Streichorchester. Die meisten kamen aus Marburg, der Polizeichor Frankfurt, der um 18 Uhr mit der deutschen Erstaufführung von Stabat Mater von Dominik Heinz die Nacht eröffnete, aus Hessens größter Stadt, zwei kamen aus dem Dorf Niederasphe im Norden des Landkreises.

Allen gemeinsam war die Liebe zum und der Spaß am Gesang, und damit vermochten sie das Publikum zum andächtig-konzentrierten Zuhören ebenso wie zum begeisterten Mitklatschen und jubelnden Beifallsstürmen zu bewegen - , obwohl Kommen und Gehen ständig möglich war.

Zum Mitmachen aufgefordert waren die Zuhörer bei den „Kleinen“ des Marburger Kinderchors unter Leitung von Cosima Friedrich und Bezirkskantor Nils Kuppe. Sie sangen die Tierkantate, aber vor jeder Strophe mussten die Besucher das von Kuppe vorgetragene Rätsel lösen, um welches Tier es sich handelt.

„Die Großen“ und die „Kurrende“ des Marburger Kinderchors sangen diesmal die Knabenchorstücke aus dem Kinofilm „Die Kinder des Monsieur Matthieu“ mit Unterstützung der „Jungen Streicher Marburg“ unter der Leitung von Marie Verweyen.

Moderator Fridtjof Küchemann, Kulturjournalist im Feuilleton der FAZ, fragte einenJungen, wie es sei, auf Französisch zu singen. „Das ist leicht, wir singen eine Lautschrift“, erklärte dieser und erzeugte noch mehr Heiterkeit unter den Besuchern, als er „Nein“ auf die Frage antwortete, ob er denn wisse, was er da singe.

„Wer hätte gedacht, dass Abba so gut in eine Kirche passt?“ kommentierte Küchemann den Auftritt des Kirchenchores „cantus firmus“ Niederasphe, der unter anderem „I have a dream“ präsentierte. Sehr beeindruckend war der Auftritt des kleinen, aus sieben Männern unter Leitung von Reiner Gnau bestehenden Chores „Total Vokal“ aus Niederasphe. Mit Leonard Cohens „Halleluja“ erzeugte er Gänsehaut-Stimmung und erntete einzelne Bravo-Rufe. Er zeigte, dass auf dem Lande inzwischen auch Wege abseits der traditionellen Männerchöre erfolgreich beschritten werden.

Auf ganz andere Art begeisterte direkt im Anschluss der BliStA-Chor. Er legte einen sehr schwungvollen Auftritt mit E-Piano, Bass und Schlagzeug-Begleitung hin. Mehrere Mädchen sangen schöne Soli und bewiesen, dass sie den Soul im Blut und in der Stimme haben. Die Zuhörer spendeten minutenlang jubelnden Beifall.

Und wieder ein Kontrast: Das aus zwei Frauen und vier Männern bestehende „Ensemble MarCant“, voriges Jahr aus dem Unichor Marburg hervorgegangen, rief mit teils artistisch anmutender Stimmbeherrschung und Liedern von der Renaissance bis zu modernem Pop Begeisterungsstürme hervor.

Nach diesen sechs Sängern füllte sich die Bühne mit etwa 60 Sängerinnen und Sängern der Kantorei der Elisabethkirche. Unter Leitung von Nils Kuppe schmetterten sie unter anderem das berühmteste aller Hallelujas, das aus Händels Messiah, der im nächsten Jahr zur Aufführung kommen soll. Ein Klangerlebnis.

„Warum sing ich eigentlich im Chor?“ - diese Frage beantwortete der ESG-Chor unter Leitung von Anna Schnersch schwung- und humorvoll mit dem gleichnamigen Lied von Oliver Gies.

Nachdem diese Frage geklärt war, mussten der Frauenchor Piano Marbach, Hessen Vokal, Wirsing Querbeet, der Unichor Marburg, das Marburger Oktett und der Marburger Bachchor an diesem bezaubernden Chorabend einfach nur noch singen.

von Manfred Schubert

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