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Ein Leben für Kunst und Musik

Nachruf: Katharina Zürcher Ein Leben für Kunst und Musik

Ihren letzten öffentlichen Auftritt hatte Katharina Zürcher am 19. März im Schartenhof – eine Woche nach ihrem 68. Geburtstag. Sie eröffnete die 
Osterausstellung zum Thema „Vogelgezwitscher und Hasengeflüster“.

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Katharina Zürcher gestaltete Ausstellungen im Schartenhof und die Eckelshausener Musiktage.

Quelle: Erich Frankenberg

Eckelshausen. In ihrer Rede ging Katharina Zürcher auch auf ihre Krankheit ein, strahlte­ ­
eine bewundernswerte Zuversicht aus. Sie plante noch so viel – gemeinsam mit ihrer Mutter, der 93-jährigen bildenden Künstlerin Annemarie Gottfried, ihrem Mann Heinz sowie ihren Kindern Armin und Mareile Zürcher. Es sollte weitere Ausstellungen im Schartenhof geben, von denen Katharina Zürcher unzählige als kreative Ideengeberin konzipiert hat. Oft mit Kunstwerken Annemarie Gottfrieds und Heinz Zürchers, aber auch mit ihren eigenen ­
fotografischen Arbeiten.

Jeder Besucher der vor mehr als drei Jahrzehnten ins Leben gerufenen Eckelshausener Musiktage erinnert sich daran, wie Katharina Zürcher während der Konzerte, ohne die Musiker zu stören, deren Wirken fotografisch festhielt. Aber sie fotografierte auch bei anderen Gelegenheiten: ­
Ihre Foto-Dokumente über ­ihre geliebte Heimat, den Landkreis Marburg-Biedenkopf und besonders das obere Lahntal, sind in zahlreichen Bildbänden, ­Büchern und Broschüren veröffentlicht worden. Für ihr kulturelles Engagement wurde die Mitbegründerin der Künstlervereinigung Marburg-Biedenkopf 2002 mit dem Otto-Ubbelohde-Preis des Landkreises ausgezeichnet.

Die gebürtige Marburgerin, die ihre Karriere beim ZDF begann, hat ihren Erben als Vermächtnis ein großes Foto-Archiv hinterlassen – beginnend im Jahre 1970. „Wenn es die Zukunft will, leben Kunst, Musik und das Marionettentheater weiter“, hat sie dazu geschrieben, berichtet ihre Tochter Mareile. Und als Wunsch hinzugefügt, dass „Toleranz zueinander“ weiter existiere und das „Lebenswerk“ gewürdigt werde, „das viele Menschen aus der ganzen Welt hier durch ihren Beitrag mitgestaltet haben“.

Zuständig für Pressearbeit

Katharina Zürcher hat an diesem Lebenswerk, dessen Herz weiter im Schartenhof schlägt, entscheidend mitgewirkt. Sie war, wie Mareile Zürcher es formuliert, „für jegliche Kommunikation und Pressearbeit zuständig“. Bis zuletzt habe sie darauf gedrungen, dass es mit den Eckelshausener Musiktagen weitergehe. Die vergangene Woche an die Fördervereinsmitglieder verschickte Einladung zur ­Jahreshauptversammlung Mitte September habe Katharina Zürcher mitveranlasst.

Auch ich habe ihre freundliche, unaufdringlich-unkomplizierte und hundertprozentig verlässliche Arbeit in all den Jahren als musikkritischer Begleiter der Eckelshausener Musiktage zu schätzen gewusst – nicht nur dann, wenn sie mir, weil meine Fotos nicht so geglückt waren, mit einem der ihren aushalf. In diesem Jahr hat es keine Musiktage gegeben. Das 30. Festival war das letzte, das Katharina Zürcher erleben durfte. Wie tröstlich, dass es durch die Mitwirkung Gidon Kremers, eines der besten Geiger unserer Zeit, ein ganz Besonderes war.

Am vergangenen Sonntag ist Katharina Zürcher in Marburg gestorben. An der Trauerfeier­ am kommenden Freitag ab 14 Uhr in der Friedhofskapelle Eckelshausen wird laut Mareile­ Zürcher der künstlerische Leiter der Eckelhausener Musiktage, der Cellist Julius Berger, musizierend mitwirken.

von Michael Arndt

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