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Nachkriegszeit, Maskierter Rächer und Sperrgebiet

OP-Kinderbuchtipps Nachkriegszeit, Maskierter Rächer und Sperrgebiet

Die OP stellt drei Kinderbücher vor.

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Sally Gardners „Zerbrochener Mond“, Craig Silveys „Liam und das Amulett" und Ally Kennens „Bullet Boys“.

Quelle: Carlsen, rororo, dtv

Das andere Ende des Weltkriegs
Sally Gardners Buch spielt in den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts – und der Ausgang des Zweiten Weltkriegs ist hier ein grundlegend anderer gewesen als in Wirklichkeit. Ein totalitäres System mit einer Präsidentin an der Spitze beherrscht die Welt. Der 15-jährige Standish Treadwell ist kein Profiteur dieser Entwicklung. Wie viele, die anders sind, muss er bei seinem Großvater in Zone 7 bei den „Unreinen“ leben. Seine Eltern sind verschwunden, er ist Legastheniker, gilt deshalb als dumm und hat als äußerlichen „Makel“ zwei verschiedenfarbige Augen. Wie häufig in Jugendbüchern kommt die Wendung der Geschichte in Form eines neu in die Nachbarschaft ziehenden Gleichaltrigen. Dieser Hector wird Standishs bester Freund, zusammen finden sie die Kraft, gegen das totalitäre System und seine ­Ledermantelmänner anzugehen. Gut zu lesen, angenehm kurze Sätze, große Schrift und eine gut zu verfolgende Handlung: „Zerbrochener Mond“ ist auch gut für etwas lesefaulere Jugendliche geeignet.

  • Sally Gardner: Zerbrochener Mond, Carlsen, 277 Seiten, 16,90 Euro (ab 12 Jahre).
 

Maskierter Rächer sorgt für Ordnung
Der zwölfjährige Liam ist kein normaler Junge. Er ist der „maskierte Rächer“, ein Superheld, der seine besonderen Kräfte aus Magneten und (Halb)-Edelsteinen bezieht und auf diese Weise meist unbemerkt seine Nachbarschaft beschützt. Besondere Sorge macht ihm eine alleinstehende Frau am Ende der Straße. Als sich seine Vermutung, dass sie unglücklich ist, als zutreffend herausstellt, muss der „maskierte Rächer“ natürlich eingreifen. Und so beginnt ein spannendes Abenteuer. Das Buch hat zwar nicht einmal 100 Seiten, ist dafür aber sehr verständlich geschrieben, sehr wertig ausgestattet und liebevoll illustriert.

  • Craig Silvey: Liam und das Amulett, rororo, 94 Seiten, 12,99 Euro (ab 12 Jahre).
 

Hochspannung im Sperrgebiet
Drei sehr unterschiedliche Freunde, die es aus Langeweile in einem militärischen Sperrgebiet verschlägt, stehen plötzlich vor einem Haufen illegaler Waffen, die dort versteckt werden. Der vorsichtige Alex warnt, doch die beiden anderen wittern mit dem Fund das große Geld. Doch ehe sie sich‘s versehen, gerät ihr Leben aus den Fugen. Sie werden zu Gejagten. Und spätestens da wird aus dem harmlosen Beginn ein Spiel um Leben und Tod. Ally Kennen schreibt schnörkellos, beobachtet und skizziert ihre drei sehr unterschiedlichen Helden messerscharf und versteht es nebenbei glänzend, Spannung aufzubauen und zu halten. Ein empfehlenswertes Jugendbuch mit Action und Tiefgang.

  • Ally Kennen: Bullet Boys, dtv, 332 Seiten, 12,95 Euro (ab 13 Jahre).

von Michael Agricola

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