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Nach der Klassik in die Disco

Konzerte Nach der Klassik in die Disco

Der Verein Marburger Musikfreunde will sich noch intensiver um den musikalischen Nachwuchs kümmern - mit Auftrittsmöglichkeiten für junge Künstler und kostenlose Konzerte für Schüler.

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Von links: Lukas Rommelspacher, Dascha Koslow und David Feldpausch treten beim Spätsommer-Klavierrecital am 30. August auf. Mit beim Konzert dabei sind auch Jakob Kressin, Simon Kressin, Jenny Li und Clara Pilgrim. Privatfoto

Marburg. Seit über 40 Jahren organisiert der Verein die Marburger Schlosskonzerte, die traditionell im Fürstensaal des Marburger Landgrafenschlosses stattfinden. Dabei ist es schon lange ein Anliegen des Vereins, dass auch junge Menschen Zugang zu klassischer Musik finden. Deshalb haben Kinder unter 14 Jahren auch stets freien Eintritt in die Konzerte.

Ein Angebot, das leider nicht allzu oft genutzt wird, bedauert die Vorsitzende des Vereins, Claudia Nehrig. Um die „Hemmschwelle“ noch weiter zu senken, suchen die Marburger Musikfreunde nun die Zusammenarbeit mit den Schulen: In der aktuellen Saison gibt es erstmals das „Education-Programm“, das allen Schulen des Landkreises angeboten wird: Sie können eine komplette Klasse oder einen Kurs kostenfrei in ein Konzert ihrer Wahl schicken - allerdings immer nur eine Klasse pro Konzert, nach dem Prinzip „wer zuerst kommt, mahlt zuerst.“

Der Verein stellt den Lehrern zudem Info-Material zum Konzert zur Verfügung, damit der Konzertbesuch vorbereitet werden kann. „Wir wollen den Jugendlichen zeigen, dass es auch cool sein kann, erst ins Konzert und anschließend in die Disco zu gehen“, sagt Nehrig. Zum Auftakt des Programms haben sogar drei Klassen die Möglichkeit zum Konzertbesuch - alle drei wollten gerne in das Gastspiel von ElbtonalPercussion, das am 28. September im Foyer des Zentrums für Vermögensberatung stattfindet - das ist möglich, weil dieser für die Marburger Schlosskonzerte noch neue Spielort viel mehr Platz bietet als der Fürstensaal. Dass der Verein dieses ganz moderne Ambiente nun auch für Konzerte nutzt, hängt ebenfalls mit dem Wunsch zusammen, einen Kontrapunkt zur sehr festlichen Atmosphäre im Schloss zu setzen, der sicher auch für junge Leute anziehend ist.

So wie das, was ElbtonalPercussion bieten wird: Perfekte Schlagwerker, die auf einem riesigen Instrumentarium Klassik, Jazz und Weltmusik virtuos, dynamisch und witzig darbieten.

Neben dem Education-Programm“ bieten die Marburger Schlosskonzerte aber auch jungen Musikern ein Forum. Am Samstag, 30. August, treten sieben Pianisten im Fürstensaal auf, die entweder aktuell Schüler der Marburger Musikschule sind oder es früher waren und inzwischen Klavier studieren. Alle sieben sind schon häufiger in Marburg musikalisch in Erscheimung getreten und haben Preise bei dem Wettbewerb „Jugend musiziert“ gewonnen. „Wir möchten jungen Künstlern, die am Anfang ihrer Karriere stehen, einem breiten Publikum vorstellen“, sagt Claudia Nehrig, „wir fördern damit Künstler, die zwar noch keinen großen Namen haben, aber erstklassig sind.“ Auftreten werden David Feldpausch, Dascha Koslov, Jakob Kressin, Simon Kressin, Jenny Li, Clara Pilgrim und Lukas Rommelspacher, der seit kurzem auch Dirigent der Jungen Marburger Philharmonie ist. Die Pianisten spielen Werke von Chopin, Brahms, Liszt, Honegger, Berg und Ravel. Das Konzert beginnt um 19.30 Uhr.

Heute abend bieten die Marburger Schlosskonzerte ab 19.30 Uhr eine Mischung aus Musik und Rezitation im Fürstensaal. Das Ensemble NeoBarock trifft auf den Schriftsteller Robert Schneider („Schlafes Bruder“, der seine Texte der Musik von Johann Sebastian Bach gegenüber stellt.

Von Heike Döhn

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