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My Fair Lady: Charme, Witz und wunderbare Lieder

Schlossfestspiele Amöneburg My Fair Lady: Charme, Witz und wunderbare Lieder

Viel Applaus gab es am Dienstagabend in Amöneburg für die Premiere von „My Fair Lady“ - sowohl für die tolle Regie als auch für das sehr spielfreudige Ensemble. Es macht einfach Spaß, den Darstellern zuzuschauen.

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Manfred Gorr (oben, von links), Christin Deuker als Eliza Doolittle und David Gerlach als Oberst Pickering begeistern das Publikum. Der Komödiant Peter Radestock (kleines Foto, rechts) hat als Alfred P. Doolittle eine Traumrolle. In dieser Szene ist er mit Jochen Nötzelmann zu sehen.Fotos: Florian Gaertner

Amöneburg. „My Fair Lady“ ist seit der Uraufführung1956 eines der populärsten Musicals weltweit. Und das, obwohl es nicht mit heute üblichen spektakulären Action-Szenen wirbt. Die Aschenputtel-Geschichte lebt von witzigen Dialogen, skurrilen Charakteren und einer Fülle von wunderbaren Ohrwürmern von Frederick Loewe, die wohl jeder kennt, wenn sie angespielt werden. Und das Musical lebt von seinem etwas altertümlich anmutenden Charme.

Regisseur Peter Radestock hat den Klassiker nach dem Roman „Pygmalion“ von George Bernard Shaw mit viel Tempo auf die Bühne gebracht. Dabei ist auch der Veranstalter Depro Concert ein finanziell hohes Risiko eingegangen. Es hat sich gelohnt - für die Darsteller und ganz besonders für das Publikum, das bei herrlichem Sommerwetter zweieinhalb Stunden lang toll unterhalten wird.

Axel Pfefferkorn hat für den Regiefuchs Radestock eine große, zwölf Meter breite Bühne mit drei Spielebenen für das Gelände hinter der alten Mauer der Burgruine entworfen. In die Bühne integriert sind zahlreiche London-Verweise wie Big Ben, Tower Bridge oder ein Pub.

Die Bühne bietet viel Platz für von Charles Guillaume geschickt choreographierte Tanzszenen und von Radestock gekonnt arrangierte Massenszenen. Zahlreiche schöne Kostüme und eine sorgfältig ausgelotete Lichtregie runden den positiven optischen Eindruck ab.

„My Fair Lady“ erzählt die Geschichte des Blumenmädchens Eliza Doolittle, die aus einfachsten Verhältnissen kommt. Unter den Fittichen von Professor Henry Giggins wird sie zu einer Dame, die die Männer reihenweise betört.

Die Hauptrollen sind glänzend besetzt: Christin Deuker, die Tochter des Depro-Chefs Michael Deuker, begeistert in der Rolle der „Rinnsteinpflanze“ Eliza. Sie tanzt, singt und plappert sich in breitestem Berliner Slang in die Herzen der Zuschauer, bis sie wie ein heller Stern aufsteigt.

Großartig ist auch Manfred Gorr als Eigenbrötler Higgins. Es ist wunderbar anzusehen, wie der Frauenhasser seinem Geschöpf nach und nach verfällt. David Gerlach spielt souverän den stocksteifen englischen Snob Oberst Pickering.

Für Lacher sorgt immer wieder Peter Radestock, der sich eine Paraderolle ausgesucht hat: Er spielt Elizas Vater Alfred P. Doolittle, einen bauernschlauen, dem Alkohol zugeneigten Gossenphilosophen. Dazu singt er bravourös und wagt sogar ein Tänzchen. Einen Glücksgriff hat der 69-jährige Regisseur mit der Marburger Schauspielerin Franziska Knetsch getan. Egal ob sie als Säuferin oder als Dame aus der Oberschicht zu sehen ist, sie macht ihren Job einfach toll.

„My Fair Lady“ funktioniert bis in die Nebenrollen hinein - die Profis Michael Köckritz, Jochen Nötzelmann und Cathrin Bürger spielen ihre Rollen gekonnt. Da auch die Kleindarsteller Bernd Geiler und Andrea Tschirch ebenso wie der Chor ungemein präsent sind, huscht immer wieder ein verzaubertes Lächeln über die Gesichter der Zuschauer, die am Ende rundum begeistert sind.

Kurzum: „My Fair Lady“ ist wunderbare Unterhaltung für ein breites Publikum.

von Uwe Badouin

Hintergrund

Weitere Aufführungen sind am 19., 24., 25. 26. Juli, am 1. und 2. August jeweils ab 20.30 Uhr, sowie an den Sonntagen 20. und 27. Juli und 3. August um 16 Uhr. Karten gibt es im Vorverkauf unter anderem in den OP-Geschäftsstellen im Schlossberg-Center und Franz-Tuczek-Weg sowie allen bekannten Vorverkaufsstellen, im Internet unter www.depro-concert.de und unter der Rufnummer 06453/912470. Der Veranstalter hält für jede Vorstellung ein Kartenkontingent für Kurzentschlossene an der Abendkasse zurück. Diese Kasse öffnet eine Stunde vor Spielbeginn. Die Parkplätze sind ausgeschildert, vom Sportgelände starten ab 18.30 Uhr kostenlose Shuttle-Busse.

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