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Mut zu Neuem und zum Miteinander

Marburger Sommerakademie Mut zu Neuem und zum Miteinander

Drei Wochen lang Bildhauer, Clown oder Malerin sein - die Marburger Sommerakademie lädt dazu ein, sich auszuprobieren. Und an einem Tag dürfen Besucher zuschauen.

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Ob nun während einer Lehrstunde in Clownerie oder beim Fertigen von Portraits in Ton – die Sommerakademie bietet ganz verschiedene Herausforderungen.

Quelle: Nadja Schwarzwäller

Marburg. „Was für eine tolle Chance, mit professionellen Künstlern zu arbeiten!“ Nicht nur die 23-jährige Monica Sipos aus Sibiu freut sich über die Möglichkeit, Neues zu lernen. Auch die anderen Teilnehmer aus Marburg, Hessen, ganz Deutschland und aus dem Ausland schätzen das, was die Sommerakademie ihnen bietet. In diesem Jahr sind das insgesamt 27 Werkstätten und Kurse der darstellenden und der bildenden Kunst von Bühnenkampf bis Poetry Slam. Und natürlich der ganze besondere „Spirit“ der Akademie.

Monica Sipos ist eine der Stipendiatinnen, die die Sommerakademie auf Einladung der Stadt Marburg besuchen. Zusammen mit Iunis Stefana Minculete ist sie aus Marburgs Partnerstadt Sibiu (Hermannstadt) angereist. Dorthin wurden zum sechsten Mal zwei Stipendien vergeben. Aus Poitiers werden bereits doppelt so lang zwei Stipendiaten eingeladen. Während Monica und die 18-jährige Iunis beide Kurse in darstellender Kunst gewählt haben, sind die Gäste aus Frankreich bildnerisch tätig: Loyse Landoas und Stéphane Triandé beschäftigen sich mit Linol- und Holzschnitt sowie mit Zeichnungen beziehungsweise Bildhauerei. Für Bürgermeister Dr. Franz Kahle, der die Stipendiaten am Tag der „Sommerakademie transparent“ besuchte, sind die Stipendien „ein kleiner, aber feiner Beitrag zu unseren Städtepartnerschaften“. „Wir freuen uns, dass Sie da sind, dass wir Sie unterstützen können und dass Sie etwas von Marburg zurück in Ihre Heimat tragen.“ Sowohl für die Stipendiaten wie auch für die anderen Teilnehmer sei die Sommerakademie längst ein „Dauerbrenner“ im sommerlichen Angebot der Stadt. 280 Anmeldungen gab es in diesem Jahr.

Nach zwei von drei Wochen dürfen Besucher schauen kommen

Traditionell gehört auch die „Sommerakademie transparent“ zum Marburger Programm: Nach zwei von drei Kurswochen dürfen Besucher hinter die Kulissen, in die Werkstätten und Kurse schauen. Für die Marburger Künstlerin Iris Kramer ist die Teilnahme an der Sommerakademie immer etwas ganz Besonderes: „Wenn ich mich befreien will, gehe ich in die Sommerakademie.“ Normalerweise hat sie nie so viel Platz zum Malen, erklärt sie, und auch der Blick weitet sich in der besonderen Atmosphäre der Akademie. Kursleiter Eckhard Froeschlin kenne sie inzwischen gut und wisse, wie er sie stärken und fördern könne. Und auch vom Austausch mit den anderen Kursteilnehmern und deren Anregungen profitiere sie, erzählt die Malerin.

Für die 17-jährige Selma Daut aus Marburg sind die Erfahrungen in der Sommerakademie ebenfalls wertvoll. Sie besucht in der Schule einen Kunst-Leistungskurs und nutzt den „Input“ in den Ferien, um sich weiterzuentwickeln. Beim Modellieren eines Portraits in Ton sitzt sie neben Uschi Tuchbreiter, 62 Jahre alt und eine der zahlreichen „Wiederholungstäterinnen“ in Sachen Sommerakademie. Während die eine den Kopf des Modells aus einer ausgehöhlten Tonröhre heraus entwickelt, baut die andere ihr Objekt schrittweise auf. Eine Eisenstange sorgt jeweils für Stabilität. Und Kursleiterin Anna Kölle sorgt dafür, dass jeder Teilnehmer seinen Blick schärft.

Teilnehmer aus verschiedenen Ländern und unterschiedlichen Alters

Dass bei der Sommerakademie Menschen aus unterschiedlichen Altersstufen - ebenso wie aus unterschiedlichen Berufs- und Lebenszusammenhängen - aufeinandertreffen, macht den Reiz aus. Stéphane Triandé, der Stipendiat aus Frankreich, ist 26 Jahre alt und sagt, es sei sehr interessant, mit älteren Teilnehmern zusammenzuarbeiten. Er studiert in seiner französischen Heimat an der Kunsthochschule und hat sich für seine Zeit in Marburg die Arbeit mit einem Werkstoff ausgesucht, den er bislang noch nicht im Repertoire hatte, nämlich Holz. Im Kurs von Lilian Hasler hat er aus Lindenholz eine Skulptur in Form einer Lautsprecherbox geschaffen, die er als eine Art „modernes Totem“ empfindet, um das buchstäblich herumgetanzt wird.

Und auch Iunis Stefana Minculete aus Sibiu hat etwas Neues gewagt - und Nützliches gelernt, wie sie erzählt. Die 18-Jährige hat in der Zeitung von den Stipendien in Marburg gelesen und war sofort begeistert. Sie hat schon Erfahrungen mit Tanz und Theater gesammelt und nun im Improvisationskurs von Anemone Poland gelernt, wie sich Gefühle ausdrücken lassen. Marburg findet sie übrigens großartig - sie könnte sich sogar vorstellen, eines Tages hier zu wohnen.

von Nadja Schwarzwäller

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