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Junge Talente spielen wie die Großen

Musikschule Marburg Junge Talente spielen wie die Großen

Die Musikschule Marburg präsentierte in einer Matinee die Individualität ihrer Talente und bewies damit, dass auch klassische Musik nicht immer gleich klingen muss.

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Die Schüler unterstrichen bei der Matinee im Historischen Rathaussaal mit unterschiedlichen 
klassischen Werken die Vielseitigkeit der Marburger Musikschule.

Quelle: Luisa Göhler

Marburg. 1977 von engagierten Eltern und Musiklehrerinnen mit der Unterstützung der Stadt Marburg gegründet, unterrichtet die Schule heute über 1200 Schüler. Aus den verschiedenen Altersklassen begeisterten Schüler das Publikum beim Festkonzert im historischen Rathaussaal zum 40-jährigen Bestehen der Musikschule mit einem klassischen Programm, das von bekannten Klassikern Beethovens und Mozarts bis zu den moderneren Klängen von Tony Osbornes „Groovy Strings“ reichte. Angehende Pianisten, Klarinettisten oder Kontrabassisten und Sänger präsentierten die Vielseitigkeit der Musikschule.

Den Anfang machte Gabriel Bünemann mit Edward Griegs „Wächterlied“ am Klavier. Mit sehr viel Gefühl und einem konzentrierten, kraftvollen Spiel brachte er die Geschichte des suchenden Wächters zum Leben. Bünemann zeigte mit den gelungen ausgeführten Stimmungswechseln des Stücks ein Feingefühl für die Musik, das über das bloße Spielen von Noten hinausgeht.

Die Brüder Lennard Widdascheck an der Viola und Jonathan Widdascheck am Klavier gingen mit Antonio Diabellis „Siziliano“ noch einmal hundert Jahre weiter in der Musikgeschichte zurück; sie betonten die Schönheit ihrer beiden Instrumente als zusammenwirkende Einheit und unterstrichen damit die Arbeit der Musikschule, die das Ensemblespiel ausdrücklich unterstützt. Das kraftvolle, aber dennoch sanfte Cres­cendo brachte dem Hörer die Spannung des Stücks nahe.

Auch Brahms 
 darf nicht fehlen

Ein Streichquartett, bestehend aus Charlotte Reiners und Juki
 Epping an den Violinen, Lennard Widdascheck an der Viola und Frederik Oliver am Violoncello, schlug zunächst mit Arc­angelo Corellis „Vivace“ barocke Klänge an und meisterte diese exakt und einheitlich. Mit ihrem zweiten Stück, den „Groovy Strings“ von Tony Osborne, stellten sie die breiten Einsatzmöglichkeiten des Streichquartetts dem direkt gegenüber. Die Leichtigkeit, die in der Spielweise der Streicher mitschwang, ließ 
einige Zuhörer mitwippen.

Immer wieder nehmen Schüler der Musikschule erfolgreich am Wettbewerb „Jugend musiziert“ teil. Nelly Endres etwa erreichte den zweiten Platz beim Bundeswettbewerb für ihr Klavierspiel der Altersklasse der Zwölf- bis 14-Jährigen. Dementsprechend wagte sie sich an die „Nocturne Nr.2, op. 9,2, in Es-Dur“ von Frederik Chopin, dessen hoher Anspruch nicht leicht zu bewältigen ist. Endres ließ ihr Spiel dennoch leicht und unkompliziert aussehen. Sie zeigte dem Publikum ihre Leidenschaft für die Musik und machte diese damit für jeden Hörer zugänglich. Ein Talent, das nicht alle Musiker haben.

Den Abschluss der Matinee bildete Bodam Lee an der Violine, begleitet von Lehrer Gunther Friedrich am Klavier, mit Johannes Brahms’ „Ungarischen Tänzen Nr. 5 und 6“. Lebhaft und voller Geschick stellte Lee den beschwingten Charakter der Stücke heraus, aber betonte durch ihre kraftvolle Spielweise den angenehm rauen Klang der Violine. Die Schüler nahmen dankend ihren verdienten Applaus an und verbeugten sich stolz.

von Luisa Göhler

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