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Musikgeschichte wird lebendig

Unichor gab Jubiläumskonzert Musikgeschichte wird lebendig

25 Jahre Unichor Marburg: Zum Jubiläum beschenkte der Chor das Publikum mit einem wunderbaren Konzert. 300 Zuhörer kamen am Freitagabend in die Universitätskirche.

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Schöne Stimmen, lichter Klang: Der Marburger Unichor bekam viel Applaus für sein Festkonzert in der Universitätskirche.
Foto: Florian Gaertner

Quelle: Florian Gaertner

Marburg. Zahlreiche Ehrengäste waren zum Festkonzert geladen, unter ihnen Landrätin Kirsten Fründt und Stadträtin Dr. Kerstin Weinbach. Der Vizepräsident der Universität Marburg, Professor Dr. Joachim Schachtner, gratulierte dem Chor zum Jubiläum: „Im Mittelpunkt steht seit 25 Jahren die Freude am Singen“, erklärte er. Er betonte aber auch den hohen künstlerischen Anspruch des Chores, der weit über die Grenzen des Landkreises hinaus bekannt ist.

Für das Konzert hatte Chorleiter Nils Kuppe Komponisten ausgewählt, die die Chorarbeit der letzten 25 Jahren geprägt haben. So spannte er den Bogen sehr weit, er reichte von der Renaissance bis zur Gegenwart. Neben geistlichen Werken aus verschiedenen Epochen erklangen Stücke, die sich mit der musikalischen Annäherung an die Tierwelt beschäftigten. Diese Kompositionen sollten einen Ausblick geben auf künftige Konzerte, die einen thematischen Schwerpunkt haben werden.

Der Konzertabend war von Anfang an ein wahrer Genuss. Der Unichor, der durchweg a-cappella sang, überzeugte mit seinem runden, hellen und homogenen Klang, in dem die einzelnen Stimmen aber noch gut zu hören waren. Die rund 60 Sängerinnen und Sänger sangen stets klar und mit sicherer Intonation, auf den Punkt genau zusammen, mit ausgefeilter Dynamik und gut verständlich. Alle waren mit hohem Engagement und viel Empathie bei der Sache.

Das zeigte sich schon bei der Interpretation des ersten Stückes von Josef Rheinberger (1839-1901). Mit viel Feingefühl sang der Chor das anrührende „Morgenlied“ aus den drei geistlichen Gesängen von 1858. Auch die wunderbare, vielschichtige „Missa ascendens christus in altum“ von Tomas Luis de Victoria, einem Komponisten der Renaissance, erweckte der Chor sehr gekonnt zu neuem Leben. Chorleiter Nils Kuppe dirigierte mit gelassenen, aber bestimmten Gesten und spornte den Chor zu immer neuen Höchstleistungen an.

Besonders schön gelang dann der doppelchörig gesungene Psalm 22 von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847). Die eindringliche Vertonung entfaltete durch ihre dramatischen und zupackenden Passagen eine tolle Wirkung. Für das hohe Niveau des Chores sprach auch, dass immer wieder einzelne Chorsänger solistische Partien übernahmen. In die Gegenwart führte schließlich ein Stück des estnischen Komponisten Arvo Pärt (geboren 1935). In „Which was the son of...“ aus dem Jahre 2000 wird der Stammbaum Jesu Christi besungen. Sehr präzise sang der Chor dieses spannende Stück, das durch seine zarten Klangreibungen eine ganz besondere Wirkung entfaltete.

Hohe Präzision prägte auch das Zwischenspiel der beiden Interpreten an Klavier und Orgel, Johann Lieberknecht und Matthias Warkus. Sie spielten Werke, die das Leben der Tiere zum Thema haben. Unter anderem erklang der berühmte „Hummelflug“ von Nicolai Rimski-Korsakow sowie „Le coucou au fond des bois“ von Camille Saint-Saens.

Zum Abschluss des eindrucksvollen Konzertes sang der Chor das „Nachtgebet“ des wenig bekannten Romantikers Wilhelm Berger (1861-1911). Als der letzte Ton verklungen war, setzte langer, tosender Beifall und heftiges Fußgetrappel ein. Der Chor bedankte sich mit zwei Zugaben bei den begeisterten Zuhörern.

von Bettina Preussner

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