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Musikerpaar bringt Träume zum Klingen

Marie-Gabrielle und Daniel Sans Musikerpaar bringt Träume zum Klingen

„Kehre wieder, heil‘ge Nacht! Holde Träume, kehret wieder!“ So heißt es in Franz Schuberts Lied Nacht und Träume. Sein Titel war das Motto des Liederabends, den der Tenor Daniel Sans und die Pianistin Marie-Gabrielle Sans am Samstag im Historischen Rathaussaal in Marburg gaben.

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Das Marburger Musikerpaar Marie-Gabrielle Sans und Daniel Sans begeisterte die Zuhörer im Rathaus.

Quelle: Thomas Schneider

Marburg. Der Traum als Fluchtpunkt des Individuums im heilen Innen als Kontrapunkt zum bedrohlich erlebten Außen.

Der Tag als Einbruch der Realität in den erträumten Schutz der Nacht. Mit ausdrucksstarker warmer Stimme zeichnete Sans, heute Lehrer an der Musikschule, die Melodie des getragenen Liedsatzes nach.

Seine Partnerin begleitete ihn souverän und verstand es während des gesamten Konzerts, Spannung aufzubauen, Höhepunkte zu setzen und der mal innehaltenden, mal vorwärts drängenden Stimme von Daniel Sans stets eine sichere harmonische Basis zu bieten. So gerieten Clara Schumanns „Ich stand in dunklen Träumen“ oder Robert Schumanns „Die Lust der Sturmnacht“ zu kleinen Perlen der Vortragskunst.

Leichtes Beben düsterer Passagen

Bei Richard Wagners „Liedern der Engel“, „Im Treibhaus“ und „Träume“ zeigte der in Oper und Oratorium international erfahrene Tenor sein ganzes Können. Mit allen stimmlichen Nuancen leuchtete er die Texte aus: Ein leichtes Beben bei düsteren Passagen, ein feiner Schmelz in lyrischen Abschnitten und freudiges Herausschmettern, wenn Glück und Erfüllung besungen werden.

Mit „Clair de Lune“ von Claude Debussy stellte Marie-Gabrielle Sans am Klavier einen ganz anderen musikalischen Zugang zum Thema Nacht vor. Scheint es doch, als wolle der Komponist mit den aufsteigenden Akkorden über dunkler Basslinie das Bild des sich spiegelnden Mondes auf leicht gekräuselter Wasserfläche malen.

Das deutsch-französische Künstlerpaar schloss sein Konzert mit Liedern von Richard Strauss. In „Die Nacht“ wird das Zwielicht zum Symbol für Unsicherheit und Verlust. Dunkelheit bedeutet hier Bedrohung. Aber mit dem Lied „Morgen“ gibt es auch Hoffnung auf das Licht der Sonne. Daniel Sans präsentierte mit der Strahlkraft seiner Stimme diesen Gegensatz dem Publikum nochmals eindrucksvoll.

Die knapp 100 Zuschauer im Historischen Rathaussaal bedankten sich bei Sänger und Begleiterin mit frenetischem Applaus.

von Eugen Anderer

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