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Musikalischer Marsch für die Frauenbewegung

Frauenkammerchor Musikalischer Marsch für die Frauenbewegung

Ausschließlich Vokal- und Klavierwerke von Komponistinnen aus verschiedenen Epochen präsentiert der Frauenkammerchor Marburg in seinem neuen Programm.

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Der Frauenkammerchor Marburg stellte sein neues Programm „March of the Women“ vor.

Quelle: Luisa Göhler

Marburg. Der Chor stellte in der Waldorfschule unter der Leitung von Mareike Hilbig sein Programm „March of the Women“ vor. Der aus 14 Sängerinnen und einem Sänger bestehende Frauenstimmenchor wagt sich damit an bis zu 900 Jahre Musikgeschichte heran. Unterstützt wurde der Chor dabei von der Pianistin Claudia Meinardus-Brehm, die den Abend auch mit reinen Klavierstücken bereicherte. Sowohl bekannte­ Komponistinnen wie ­Ethel Smythe als auch unbekanntere wie Eva dell´Acqua standen auf dem Programm. Vor Beginn jedes Stückes stellten die Chormitglieder die Komponistinnen vor und gaben einen Einblick in die schwierigen Umstände, die viele Frauen am Komponieren hinderten.

Der mittelalterliche Choral „O virtus Sapentiae“ von Hildegard von Bingen basiert auf einem von einem Instrument ­gegebenen Grundton. Der Chor entschied sich für die Verwendung der indischen Shrutibox. Der durch den Obertongesang fremde Klangeindruck verstärkte sich durch den Einsatz des fremdartigen Instrumentes. In der Vergangenheit standen komponierende Frauen häufig im Schatten der Männer. Zu diesen Frauen gehört auch Fanny Hensel, die Schwester von Felix Mendelssohn Bartholdy,­ deren „fünf Terzetten“ sich der Chor widmete.

Im Terzett „Wiedersehen“ bewiesen die Altstimmen, dass ein Frauenchor durchaus einen vollen, tiefen Klang erzeugen kann. Das schnelle Tempo des Terzetts „Frühzeitiger Frühling“ bewältigte der Chor präzise. Für den „March of the ­Women“ von ­Ethel Smyth begab sich der Chor ins Publikum und veränderte damit den Klangeindruck des Stückes. Die kraftvolle Wirkung der Rufelemente des Stücks entfaltete sich für das Publikum, und der Chor ­marschierte symbolisch für die Ziele der Frauenbewegung.

Meinardus-Brehm begeisterte die Zuhörer mit Teilen aus Agathe Backer-Grondahls „Fantasie-Stücken Op.45“. Vor allem das Stück „Zephyr“, das von einem aufbrausenden Wind handelt, ließ das Publikum staunen, das sich mit großem Applaus bedankte.

von Luisa Göhler

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