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Musikalische Reise nach New Orleans

„The Pianola Guys“ Musikalische Reise nach New Orleans

Auf ihrer ersten gemeinsamen Tour begeisterten „The Pianola Guys“ am Montagabend in der Waggonhalle. Die zwei Pianisten und New Orleans-Experten präsentierten bestes Blues- und Boogie-Woogie-Feeling.

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Zwei virtuose Pianisten: Tom Mc Dermott (vorne) und Jan Luley harmonieren auf diesem Foto auch mit nur einem Instrument.

Quelle: Jouka Röhm

Marburg. Kennengelernt hat sich das deutsch-amerikanische Duo bei gemeinsamen Auftritten der Frankfurter Barrelhouse Jazzband. Nun lud deren Ex-Pianist Jan Luley seinen amerikanischen Kollegen für eine gemeinsame Tour nach Deutschland ein. „Wir haben vor zwei Jahren das erste Mal vierhändig an einem Klavier gejammt und bereits gemeinsame Konzerte in New Orleans gespielt“, erzählt Luley.

Tom McDermot lebt seit langem in New Orleans, ist eine feste musikalische Größe in der Geburtsstadt des Jazz. Auch ­Luley fährt mindestens einmal im Jahr dort hin, organisiert gemeinsam mit seiner Frau Eda Reisen für Musikfans ins Mekka des Blues und Jazz. Und so ist es nur logisch, dass die beiden Tasten-Asse ihr Publikum auch auf ihrer Tour „A Piano Night in New Orleans“ in die Stadt im US-Bundesstaat Louisiana mitnehmen.

Blues im Blut – und Tango, Walzer und Samba

Der frühere Wahl-Marburger Luley eröffnet den Abend mit Blues-Stücken aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts. Er zeigt, wie auch der Tango und die kreolische Habanera bereits im New Orleans-Blues präsent waren. Dann betritt der 60-jährige McDermott die Bühne, nicht ohne sich vor seiner Darbietung des „Maple Leaf Rag“ in Deutsch ans Publikum zu wenden: „Ich habe Donald Trump nicht gewählt!“, was das Publikum erheitert würdigt.

Schließlich treten die beiden Pianisten gemeinsam auf die mit Flügel und E-Piano ­bestückte Bühne, präsentieren ­neben einer Eigenkomposition von McDermott auch Klassiker wie „I’m walking“ von Fats Domino, den Gospel „Just a closer walk with thee“ und als Zugabe den „Creole love call“ von Duke Ellington.

Die beiden haben nicht nur den Blues im Blut, sondern verbinden ihn zudem mit Tango, Walzer und Samba. Virtuos tasten sich Luley und McDermott über ihre Klaviatur hinweg und spielen sich gegenseitig die ­Soloparts zu. Bis sie schließlich – wie einst zu ihren spontanen Anfängen – zu zweit am Flügel spielen und die über 100 Zuhörer in der gut besuchten Waggonhalle beschwingt in die ­Woche schicken.

von Jouka Röhm

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