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Musikalische Reise durch fünf Kontinente

Gospelchor Joy of Life Musikalische Reise durch fünf Kontinente

Stehende Ovationen gab es am Sonntagabend in der Lutherischen Pfarrkirche für den Chor „Joy of Life“. „Peace around the World“ hieß das Motto des beeindruckenden Konzertabends.

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Begeisterung für die Musik: Der Gospelchor „Joy of Life“ der Kurhessischen Kantorei Marburg sang unter der Leitung von Jean Kleeb Friedenslieder aus der ganzen Welt.Foto: Michael Hoffsteter

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Man musste den Chor schon bewundern, denn er sang in allen erdenklichen ­Sprachen dieser Welt: Englisch, Russisch, Tongäisch und in afrikanischen Sprachen - alles war mit dabei. Auch musikalisch hatten die Sängerinnen und Sänger von „Joy of Life“ einiges zu bieten. Durchweg sangen sie mit sicherer Intonation, klarer Dynamik und deutlicher Aussprache, der Klang war transparent, rund und harmonisch. Begleitet wurde der Chor von Jean Kleeb am Klavier und Sven Demandt an den Percussions, die Gesamtleitung hatte Jean Kleeb.

„Joy of Life“ nahm die Zuhörer in der gut gefüllten Lutherischen Pfarrkirche mit auf eine spannende musikalische Reise durch fünf Kontinente. Sehr beeindruckend war gleich der Start des Konzertes. Die Sänger hatten sich im Altarraum aufgestellt, während sich die Sängerinnen an den Seiten des Kirchenschiffs sammelten und ein zartes indisches Lied anstimmten. Die Männer summten dunkle Töne dazu, und bald entfaltete sich ein mystischer Klang, der die ganze Kirche erfüllte. Singend wanderte der Chor zur Bühne, wo es mit einem stimmungsvollen Stück des englischen Komponisten John Rutter weiterging.

Fröhliches afrikanisches Flair breitete sich mit dem stark rhythmisch geprägten Lied „Wayoyo“ aus. Die Sängerinnen und Sänger, die sichtlich Spaß an der Musik hatten, wiegten sich im Takt dazu und schienen die Musik auch körperlich nachzuempfinden. Aus Nordamerika stammte das traditionelle Spiritual „The Battle of Jericho“. Das kraftvolle, emotionale Stück war einst ein Hoffnungslied für die geschundenen Sklaven Nordamerikas, wie Pfarrerin Andrea Wöllenstein erklärte.

Sehr bewegend waren auch die Lieder aus dem Nahen Osten. Nacheinander erklangen Chorstücke aus Syrien, Israel und dem Libanon. Sie alle drückten die tief empfundene Hoffnung auf Frieden in der Region aus, wie Andrea Wöllenstein erläuterte. Besonders beeindruckend war das aus Syrien stammende, hoffnungsvolle Chorstück „Halleluja“. Im Wechsel dazu erklang das libanesische Klagelied „Wa habibi“, das die Solistin Sarah Wittmann mit sehr viel Feingefühl interpretierte.

Von Krieg und Zerstörung und der Sehnsucht nach Frieden erzählte auch das eindringliche Stück „Völker der Erde“. Ihm lag ein Gedicht von Nelly Sachs zugrunde, das die Dichterin 1948 unter dem Eindruck des Zweiten Weltkrieges geschrieben hat. Jean Kleeb hat es vertont und zusammen mit dem Chor interpretiert.

Am Schluss des vielseitigen Musikabends erhoben sich die Zuschauer voll Begeisterung von ihren Plätzen und bedankten sich mit stürmischem Beifall bei den Sängern und Musikern. Singend zog der Chor aus der Pfarrkirche und begleitete mit seinem Gesang den Auszug der Gäste aus der Kirche.

von Bettina Preussner

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