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Musikalische Juwelen fürs Publikum

Oxalys-Ensemble beim Konzertverein Musikalische Juwelen fürs Publikum

Sympathisch, vielseitig und mit einem exzellenten Spiel präsentierten sich die Musiker des belgischen Oxalys-Ensembles und hatten noch dazu vier Premieren für den Konzertverein im Gepäck.

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Das Oxalys-Ensemble aus Brüssel präsentierte sich in unterschiedlichsten Besetzungen.

Quelle: Andreas Schmidt

Marburg. „Das Publikum hier ist fantastisch. Manchmal glaube ich, mit Ihnen kann man alles machen“, freute sich der Konzertvereins-Vorsitzende Dr. Friedemann Nassauer nach dem Konzert. Tatsächlich wird das Marburger Konzertpublikum von vielen Künstlern für seine Offenheit und Konzentration gelobt. Auch die Musiker des Oxalys-Ensembles zeigten sich begeistert und schrieben ins Gästebuch des Konzertvereins, sie kämen gerne wieder.

Die Musiker des Kammermusik-Ensembles haben den Glücksklee („Oxalys“) als Symbol für ihre Verbundenheit und Freundschaft gewählt. Dies konnte man während des Konzertes immer wieder wunderschön beobachten, etwa wenn Flötist Toon Fret während der Serenade in G-Dur von Max Reger aufsprang, um die Noten für die Geigerin Shirly Laub umzublättern oder zu Beginn Elisabeth Smalt an der Viola half, ihren Notenständer weiter aufzuklappen. Der Zusammenhalt der Musiker, die seit 1993 miteinander musizieren, zeigte sich aber auch im feinen Zusammenspiel.

Musiker Toon Fret geht richtig mit

Bereits im ersten Teil des Abends zeigte sich das Ensemble in Flötenquartett-Besetzung fantastisch eingespielt. Bravurös setzten sie etwa die vielen Stimmungen um, die beim Flötenquartett von Ferdinand Ries im zweiten Satz ein ums andere Mal wechselten. Vom getragenen Beginn mit kraftvollem Flötensolo, über temperamentvolle oder tanzhafte Passagen bis hin zum versöhnlichen Ende konnten sich hier die Musiker wahrlich ausleben.

Die Begeisterung des Ensembles für Werke weniger bekannter Komponisten wie eben Ferdinand Ries war den Musikern anzumerken. Sie spielten mit viel Leidenschaft – allen voran Toon Fret, der ein sehr leidenschaftliches Spiel zeigte und beim kraftvollen Einschub im vierten Satz so auf seinem Stuhl mithüpfte, dass sich dieser verschob.

Das exzellente Spiel des Ensembles wurde nach jedem Werk mit kräftigem Applaus gefeiert, so dass man schon vor der Pause hätte meinen können, das Konzert sei zu Ende. Mit langem Applaus und Fußtrampeln wurden die Musiker drei Mal zurück auf die Bühne gefordert.

Nach der Pause erklangen drei weitere Erstaufführungen beim Marburger Konzertverein, die sich als wahre Juwelen entpuppten. Gabriel Piernés „Voyage au ‚Pays du Tendre‘“ zeigte sich als wunderschöne Reise mit harmonischer Spannung und spieltechnischen Raffinessen.

Annie Lavoisier zupft ihr Instrument bestechend präzise

Zu Claude Debussys „Rhapsodie“ stand das Ensemble in vollständig angereister Größe auf der Bühne mit Klarinette, Flöte, Harfe und Streichquartett. Nathalie Lefèvre arbeitete die wunderschöne Melodik des Stückes fantastisch heraus. Dazu wurde sie vom warmen Klang ihrer Kollegen begleitet, der durch das feine Pizzicato-Spiel der Harfe erweitert wurde.

Annie Lavoisier stand mit ihrer Pedalharfe beim letzten Stück des Abends, der „Introduction et Allegro“ von Maurice Ravel im Mittelpunkt. Mit einer bemerkenswerten Präzision beherrschte sie ihr Instrument und zeigte dabei immer wieder verschiedene Zupftechniken. Dazu kam der warme Klang des Ensembles, der die Zuhörer stellenweise vergessen ließ, dass da kein großes Orchester, sondern nur sieben Instrumentalisten musizierten.

Nach dem langen kräftigen Applaus verabschiedete sich das Oxalys-Ensemble mit einem „kleinen Stückchen Ravel als Gute-Nacht-Stück“, wie es Toon Fret ausdrückte, und wiederholte einen Teil des Ravel-Werkes mit Ohrwurmgarantie.

von Mareike Bader

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