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Musikalische Fantasiereise

Musical Musikalische Fantasiereise

Rom, London und New York - Sid schlängelt sich durch einige Musikmetropolen, um seinen Traum zu verwirklichen. „Sid, die Schlange, die singen wollte“ war die Visitenkarte des Vereins „Musica Europa“.

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Die Zirkusschlange Sid lernt die Welt der Musik kennen. Er will singen lernen.

Quelle: Privatfoto

Marburg. Die schüchterne Zirkusschlange hat Großes vor: Sid möchte begnadeter Sänger werden. Doch das Vorhaben stellt sich als komplizierter als gedacht heraus. Neben vielen Ratschlägen wird er oft kritisiert – dafür hat das Reptil das Marburger Publikum auf seiner Seite.

Am Mittwochnachmittag begleiteten etwa 40 junge Besucher „Sid, die Schlange, die singen wollte“ in der Waggonhalle bei seiner Reise durch eine musikalische Welt. In kindgerechtem Format gab es einen Kompaktkurs in Oper, Musical und Rockmusik.

Das musikalische Zirkustier, dargestellt von Tadeusz Galczuk, probierte sich in unterschiedlichen Gesangsstilen aus.

In Rom möchte er die Kunst des Operngesangs bei einer Expertin erlernen. Die Primadonna macht Sid Unterschiede in Dynamik, wie forte und piano, oder auch Artikulation und Phrasierungen deutlich. Trotz anschaulicher Erklärungen – das ist einfach zu viel Theorie für Sid, und so wird er weder der italienischen Primadonna, noch sich und seinen drei Zirkusfreunden gerecht.

Die begleiteten ihn bei seinem wagemutigen Vorhaben. Sie selbst sind – wie auch ihre Darsteller – Musikerprofis. Der Zirkusartist und Kettensprenger, gespielt von Joachim Holzhey, singt mit einer satten Bassstimme.

Einen reinen Alt singt Regine Gebhardt, mal als Jongleurin, mal als Primadonna.

Den Sopranpart übernimmt Produktionsleiterin Almuth Marianne Kroll als Clown-Dame. Fehlt nur noch ein Tenor: Den möchte Sid übernehmen. Knallige Union-Jack-Regenschirme vermitteln, dass sich die Freunde in London befinden. Dort probieren sie sich als Quartett aus. Allerdings spielt Sids Stimme nicht so wirklich mit.

Aber die bunten Artisten geben nicht auf. Das nächste Ziel heißt Broadway: Sid debütiert in einer New Yorker Show – wieder ohne Erfolg. Dichte giftgrüne Wimpern umrahmen seine traurigen Augen, als er über sein Leid singt. Sein persönliches Lied, das schließlich großen Anklang findet – Sid hat endlich seinen gefühlvollen Stil gefunden.

Das Musiktheaterstück ist die musikalische Visitenkarte der beiden Opernregisseurinnen Kerstin Weiß und Enke Eisenberg. Die beiden haben den Verein Musica Europa gegründet. Sein Ziel ist es, solche unterrepräsentierten Formate in Marburg zu etablieren und die musikalische Landschaft zu erweitern. Kinder mit hoher Qualität und viel Spaß an die Musik heranführen – dieses Ziel haben sich Weiß und Regisseurin Eisenberg gesetzt. Und sie haben mit dem Musical nicht nur die Kinder überzeugt.

von Daphne Fliefer

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