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Musikalische Botschafter für Frieden

Marburger Oktett Musikalische Botschafter für Frieden

Eine ganz besondere ­Konzertreise unternimmt derzeit das Marburger Oktett: Es wurde anlässlich der Gedenktage zum Atombombenabwurf 
in Hiroshima nach Japan eingeladen.

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Verlust und Schuld

Das Marburger Oktett ist schon häufiger ins Ausland gereist, beispielsweise nach Sardinien. Aktuell ist es anlässlich des Hiroshima-­Gedenktages zu Gast in Japan.

Quelle: privat

Marburg. Das Marburger Oktett besteht bereits seit 25 Jahren und widmet sich der geistlichen und weltlichen Vokalmusik für vier bis acht Stimmen. Die vier Sängerinnen und vier Sänger waren auch schon häufiger für Konzerte im Ausland – in Brasilien, in Russland und auf Sardinien. Am vergangenen Montag sind sie zu einer Konzertreise aufgebrochen, die für das Vokalensemble aber alles andere als Routine ist. Es wird fünfmal in Japan auftreten, in Hiroshima und in Kyoto.

Eingeladen wurden die Marburger von Professor Yoshimi Morishima von der Shudo-Universität in Hiroshima. Entstanden sind erste Kontakte nach Japan über einen Schulkontakt, den Oktett-Mitglied und Lehrer Michael Brauer schon seit Jahren pflegt und über den es zu regelmäßigen Besuchen des japanischen Professors und Gruppen japanischer Studenten in Marburg gekommen ist, berichtete Brauer im Vorfeld der Reise. Bei diesen Besuchen habe Morishima immer wieder Konzerte des Marburger Oktetts erlebt, und so sei der Gedanke aufgekommen, dass die Vokalisten Japan besuchen könnten.

Programm rund um 
Krieg und Verständigung

„Wir finanzieren die Reise selbst, werden aber von der Shudo-Universität unterstützt“, so Brauer und sein Mit-Sänger Hartmut Raatz. Über Eintrittsgelder hoffen sie, die Reise gegenzufinanzieren. Am wichtigsten sind ihnen aber die Konzerte, die sie rund um das Gedenken an die Zerstörung Hiroshimas geben können.

„Wir haben ein Programm rund um die Themen Krieg, aber auch zu Liebe und Verständigung erarbeitet“, so Brauer. So wird das Marburger Oktett beispielsweise eine Komposition von Rudolf Mauersberger über die Zerstörung von Dresden mit dem Titel „Wie liegt die Stadt so wüst“ und „Verleih uns Frieden gnädiglich“ von Heinrich Schütz aufführen.

Aber auch einen Überblick über die Geschichte der deutschen Chormusik wollen die Marburger in Japan geben, mit einem Überblick von der Renaissance bis zu deutschen Volksliedern der Romantik. Und auch Pop mit Billy Joel und Abba haben die acht in ihr Programm aufgenommen.

Bildbände und Broschüren aus Marburg

Das erste Konzert fand am Donnerstag in der Nagarekawa Kirche in Hiroshima statt. Am Samstag, am offiziellen Hiroshima-Tag, folgen zwei Konzerte in weltlichem Rahmen. Am Sonntag tritt das Marburger Oktett dann beim Sommerfest des Goethe-Instituts und der Deutsch-japanischen Gesellschaft auf, und am Dienstag kommender Woche findet das letzte Konzert in einem Tempel in Kyoto statt. Bei einigen der Konzerte werden die Marburger von japanischen Künstlern begleitet, beispielsweise am Klavier und an der Koto, einer Art japanischer Zither.

„Nach den Konzerten sollen wir auch immer für Fragen über Deutschland zur Verfügung stehen“, erzählen die Sänger. Und um ein bisschen etwas von Marburg zeigen zu können, haben sie sich vorher mit Bildbänden und Broschüren eingedeckt.

von Heike Döhn

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