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Musikalisch auf einer Wellenlänge

Eckelshausener Musiktage Musikalisch auf einer Wellenlänge

Auch der dritte Cellist, den die Eckelshausener Musiktage als Vertretung ihres erkrankten künstlerischen Leiters Julius Berger gewonnen hatte, überzeugte in hohem Maße.

Biedenkopf. Und Jakob Spahn ist der einzige des Trios, der, obzwar erst knapp 30 Jahre alt, bereits ein arrivierter Künstler ist: Er musiziert in der zweiten Spielzeit als Solo-Cellist im Orchester der Bayerischen Staatsoper München. Außerdem hat er als Kammermusiker bereits mit so renommierten Kollegen wie dem Oboisten Heinz Holliger und dem Pianisten Lang Lang zusammengearbeitet.

Mit der Münchener Pianistin Margarita Höhenrieder trat Spahn allerdings zum ersten Mal gemeinsam auf. Gleich der Beginn ihres Beethoven-Programms am Mittwoch im Biedenkopfer Rathaussaal, die sieben Variationen über „Bei Männern, welche Liebe fühlen“ aus Mozarts „Zauberflöte“, zeigte, dass sie sich musikalisch auf einer Wellenlänge bewegen: Die auf kleinstem Raum konzentrierte Fülle von Möglichkeiten des kammermusikalischen Konzertierens schöpfte das Duo voll aus.

Fein aufeinander abgestimmt gelang auch der Dialog in der A-Dur-Sonate op. 69, in der sich Spahn mit aristokratisch-elegantem Gesangston hervortat.Dieser kontrastierte wirkungsvoll mit seiner mühelosen musikantischen Virtuosität.

Die beiden Dialoge umgaben einen Monolog: Höhenrieder spielte die d-Moll-Sonate op. 31/2, zu der Beethoven von Shakespeares „Sturm“ inspiriert worden ist, als ein instrumentales Drama. Die eingeschobenen Largo-Episoden setzte sie klar vom stürmisch drängenden Allegro des Kopfsatzes ab, im gesanglich weit ausschwingenden Mittelsatz erzielte die Pianistin orchestral-opulente Wirkung und das beständige In-sich-Kreisen des Finales lud sie mit geradezu obsessiver Energie auf.

von Michael Arndt

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