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Musik schlägt Brücke zwischen Kulturen

Ensemble „Avram“ spielte in der Pfarrkirche Musik schlägt Brücke zwischen Kulturen

Zum Abschluss des Stadtfestes „3 Tage Marburg“ gab die Gruppe „Avram“ ein faszinierendes Konzert in der Lutherischen Pfarrkirche. Ihre Botschaft: „Die Liebe ist allumfassend.“

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Die Sängerin Schirin Partowi und das Avram-Ensemble begeisterten ihr Publikum beim Abschlusskonzert von „3 Tage Marburg“ in der illuminierten Pfarrkirche.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Die Schirmherrschaft über das Konzert hatte der ehemalige Oberbürgermeister Egon Vaupel übernommen, der ein Zeichen für das „friedliche Miteinander unterschiedlicher Kulturen“ setzen wollte.

Der Musikabend begann mit dem glanzvollen Auftritt der persisch-deutschen Altistin und Ensemble-Leiterin Schirin Partowi. Sie schritt von der Tür aus singend durch das Mittelschiff und füllte mit ihrer wunderbaren Stimme mühelos die ganze Kirche – ein Auftakt mit Gänsehaut-Feeling. Gleich zu Anfang betonte die Sängerin, wie wichtig die Liebe für ein friedvolles Zusammenleben der Völker sei. „Die Liebe ist allumfassend“, sagte sie mit Blick auf die christliche Mystikerin Hildegard von Bingen.

Das multikulturelle Ensemble „Avram“ machte in seinen Liedern deutlich, dass der Grundgedanke der Liebe zwischen den Menschen in der christlichen ebenso wie in der jüdischen und muslimischen Religion eine zentrale Rolle spielt. Dies wurde etwa in dem hebräisch gesungenen „Hinach Yafa“ deutlich, dessen Text aus dem Alten Testament stammt. Schirin Partowi sang das gefühlvolle 
Lied, das unter die Haut ging, für Israel und Palästina.

Makelloses 
Zusammenspiel

Sehr eindrucksvoll war auch das bosnisch-islamische Stück „Kraj Kabe Sam“. „Es gibt auch einen europäischen Islam“, erklärte die Sängerin. „Auf dem Balkan gab es früher eine friedliche Koexistenz der Religionen. Wir hoffen, dass das wieder möglich ist.“ Von Ramon Llull, einem christlichen Mystiker aus dem mittelalterlichen Mallorca, stammte das faszinierende Lied „Cantaben els Aucells“. Partowi sang es fast a-cappella und begeisterte ein weiteres Mal mit ihrer klaren, kraftvollen und flexiblen Stimme.

Überhaupt faszinierte die Gruppe den ganzen Abend hindurch mit ihrem makellose 
Zusammenspiel. Besondere Akzente setzte Murat Cakmaz auf der Ney, einer orientalischen Längsflöte. Peter Ehm wiederum überzeugte mit seinem virtuosen Spiel auf der Klarinette, das besonders in den Klezmer-Stücken gut zur Geltung kam. Durch die ungewöhnliche Zusammenstellung der Instrumente entstand insgesamt ein einzigartiger, bezwingender, fast exotisch wirkender Klang.

Mit dem Lied „Essence of Love“ beschloss „Avram“ das eindrucksvolle Konzert. Den Text hat der persische Mystiker Djalal-ed-din Rumi (1207-1273) geschrieben, die Musik Schirin Partowi selbst. „Ich bin nicht Moslem, nicht Christ, nicht Parse, nicht Jude. Ich gehöre allen Religionen an – und keiner. Ich existiere nur in der Essenz der Liebe, dem Ort, der die Menschheit heilt“, hieß es da.

Am Ende spendeten die Zuschauer den Musikern und der Sängerin tosenden Applaus für den gelungenen Abend. Die Künstler bedankten sich wiederum mit einer Zugabe.

von Bettina Preussner

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