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Musik mit Schlag

Schlosskonzert Musik mit Schlag

Mit Energie, Präzision und viel Spielfreude versetzten die vier Musiker von ElbtonalPercussion die Besucher des Schlosskonzertes in Erstaunen, das dieses Mal im Foyer des Zentrums für Vermögensberatung der DVAG stattfand.

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Mit einer Fülle von Percussions- und Schlaginstrumenten begeisterte ElbtonalPercussion das
Publikum bei den Marburger Schlosskonzerten.Foto: Martin Stege

Marburg. Unter den Besuchern waren auch zwei Schülerklassen von der Elisabethschule Marburg und der Adolf-Reichwein-Schule Kirchhain, die am neu ins Leben gerufenen „Educations Program“ der Marburger Schlosskonzerte teilnahmen. Die Initiative werde von den Schulen sehr gut angenommen, der Verein müsse einigen Klassen sogar absagen, berichtete Vereinsmitglied Martin Stege.

ElbtonalPercussion zeigte am Sonntag, dass klassische Konzerte auch mal ganz anders sein können als immer nur Bach, Beethoven und Mozart. Mit vielen Eigenkompositionen sowie einigen Schlagwerk-Klassikern versprühten sie eine enorme Spielfreude, die sich hoffentlich nicht nur auf die jungen Zuhörer übertrug. Diesen Spaß an der Musik verbanden die vier Hamburger mit einem feinen Zusammenspiel, grandiosen Soli und viel Kraft.

Beim zweiten Stück des Abends - „Trio Per Uno“ -, bei dem drei der Musiker an einem Instrument spielten, zuckten einige Besucher bei den ersten lauten Trommelschlägen zusammen. Überhaupt konnte man sich auf einige Überraschungen in den Stücken gefasst machen, wenn man die Augen geschlossen hielt. Immer wieder wechselten Jan-Frederick Behrend, Andrej Kaufmann, Stephan Krause und Sönke Schreiber die Positionen.

„Ein Konzert mit ElbtonalPercussion ist auch immer eine kleine Weltreise“, kündigte Behrend an und erklärte, dass die Marimba ursprünglich aus Afrika stamme und aus ausgehöhlten Flaschenkürbissen bestehe. Auch dieses Ur-Instrument befand sich am Samstag im großen Sammelsurium an Schlagwerk-Instrumenten, die die Künstler mitgebracht hatten. Bei der asiatisch anmutenden Komposition „Li“, geschrieben von Stephan Krause, spielten sie auf großen Taiko- und kleineren Shimedaiko-Trommeln und trommelten dabei so wild, dass sie an das berühmte Duracell-Häschen aus der Werbung erinnerten. Das war kein meditatives „Getrommel“, ein Vorurteil mit dem sich Schlagzeuger laut Kaufmann immer wieder herumärgern müssten, sondern das war Können und Leidenschaft.

Bereits vergangenes Jahr faszinierten die vier Hamburger die Besucher der Eckelshausener Musiktage im Glaspavillon Velte. Das Programm war das Gleiche, auch die charmante Moderation von Andrej Kaufmann deckte sich mit dem Auftritt in Eckelshausen.

Wer sich damals schon von dem kraftvollen Getrommel anstecken ließ, der hatte sich auch am Sonntag über die Zugaben gefreut, wie „How To Bang A Can“ vor der Pause, bei der die Vier mit Regenfässern und Plastikeimern für kraftvolle Rhythmen sorgten.

Bei „Mahlzeit“ am Ende des Konzertes blieben dieses Mal auch alle Kochlöffel, mit denen getrommelt wurde, heil.

Das Marburger Publikum war restlos begeistert und reagierte nach jedem Werk mit Staunen, Jubel und kräftigem Applaus.

von Mareike Bader

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