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Musik im Zeichen von Multi-Kulti

Festival im Kfz Musik im Zeichen von Multi-Kulti

Mehr als 400 Besucher zählte die dritte Auflage des von dem Verein „Asylbegleitung Mittelhessen“ ausgerichteten Konzerts.

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So bunt gemischt die Musik und die Zusammensetzung der Gruppen waren, so bunt gemischt war auch das Publikum. Mit dabei war die Gruppe „Rising Fire“.

Quelle: Benjamin Kaiser

Marburg. Der Beat, den DJ Pink servierte, war laut und markerschütternd, und die Textpassagen des Liedes „Antifaschist“ von der Heidelberger Band „Irie Révoltés“ eindeutig und aussagekräftig. „Was Rassismus und Xenophobie angeht, da endet meine Toleranz.“ Während der Discjockey Songs, die Toleranz und Menschlichkeit forderten, auflegte, ließ die tanzwütige Menge das KFZ beben. Der passende Abschluss zu einem abwechslungsreichen, achtstündigen Musik-Marathon.

Im Vordergrund stand jedoch Live-Musik. Unter anderem von „Rising Fire“, einer Marburger Afro-Reggae-Band. Oggie Lauer, der 25-jährige Sänger und Gitarrist der Musikgruppe, unterstrich in den Texten die Wichtigkeit von Solidarität und Zusammenhalt der Weltbevölkerung. Lauer, auf der Bühne in bunte Farben gehüllt, ging bei dem Thema „Miteinander Durcheinander„ das Herz auf. Einst flüchtete er selbst aus Sambia nach Deutschland, weiß nur zu gut um die Wichtigkeit von Willkommenskultur. „Wir sind alle gleich. Egal, ob Afrikaner, Türken, Deutsche oder Inder“, sagte er.

Vor allem die Band „Yorba Colorá“ war ein Mikrokosmos für die Botschaft des Festivals: Vier Musiker, vier Nationalitäten - deutsch, britisch, peruanisch, chilenisch. „Es war toll. Das Publikum war so gemischt wie wir“, sagte Bandmitglied Naomi. In eine musikalische Schublade lässt sich die Musik des Quartetts kaum stecken. Es war eine Fusion aus verschiedenen lateinamerikanischen Musikrichtungen. Dritte Band im Bunde war die Rock-Cover Band „Boys on Fire“. Während drinnen der Bass dröhnte, hatten es sich vier Frauen draußen vor dem KFZ gemütlich gemacht. Karin und Annette und die beiden eritreischen Flüchtlinge Sara und Fiyori.

„Die beiden haben mich als ihre Tante adoptiert“, lachte Karin, die den beiden jungen Frauen im Alltag mit Rat und Tat zur Seite steht. Fiyori nickte und streichelte Karin mit einem schüchternen Lächeln über die Schulter. Beide Mädchen absolvieren zurzeit ihren Hauptschulabschluss. „Die Begegnungen zwischen Flüchtlingen und Deutschen stehen hier im Vordergrund“, sagte Michael Bader vom Verein „Asylbegleitung Mittelhessen“, der das Festival zum dritten Mal ausrichtete.

Man wolle Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenführen und die Einnahmen des Festes für Integrationshilfe verwenden. Der Eintritt hieß demnach auch „Solidaritäts-Eintritt“ und werde laut Bader unter anderem für Deutsch-Lehrbücher verwendet, mit denen Flüchtlinge ihre Sprachkenntnisse verbessern können.

von Benjamin Kaiser

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